Ein verurteilter Mörder, der Mitte Juni aus der Justizvollzugsanstalt Celle geflohen war, wird voraussichtlich noch mehrere Wochen im Vollzugskrankenhaus in Lingen (Emsland) behandelt. Das teilte ein Sprecher des niedersächsischen Justizministeriums mit. Der 42-jährige Mann war bei einem begleiteten Ausgang in Peine mit einem Motorrad entkommen und bis nach Italien gefahren, wo er in einen Unfall verwickelt wurde.
Flucht und Festnahme
Am 16. Juni 2026 hatte der Häftling die Gelegenheit genutzt, um zu fliehen. Er war mit einem JVA-Bediensteten in einer Garage in der Nähe der Wohnung seiner Mutter, um an einem Motorrad zu arbeiten. Nachdem der Bedienstete ihn kurz allein ließ, nutzte der Verurteilte die Chance und fuhr mit dem Motorrad davon. Die Flucht führte ihn über die Grenzen Deutschlands hinweg bis nach Italien, wo er einen Motorradunfall ohne Fremdbeteiligung erlitt und dabei verletzt wurde.
„Die Behandlung des Mannes im Vollzugskrankenhaus werde noch einige Wochen in Anspruch nehmen“, sagte der Sprecher. Weitere Details zu den laufenden Ermittlungen nannte er nicht. Nach seiner Festnahme in Italien wurde der Mann nach Deutschland überstellt und in die Klinik in Lingen gebracht.
Hintergrund der Tat
Der 42-Jährige war 2011 vom Landgericht Hildesheim wegen Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Im Jahr 2010 hatte er eine 23-jährige Frau aus Peine mit mehreren Messerstichen getötet. Die Tat hatte damals für großes Aufsehen in der Region gesorgt.
Unklar ist weiterhin, wie der Gefangene an das Motorrad gelangte. Nach einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ soll die Maschine in der Garage seiner Mutter gestanden haben. Die Mutter soll das Motorrad auch angemeldet haben. Das Justizministerium wollte sich zu diesen Angaben nicht äußern.
Auswirkungen und weitere Schritte
Die Flucht des verurteilten Mörders hat Fragen nach der Sicherheit von begleiteten Ausgängen aufgeworfen. Die niedersächsische Justiz prüft derzeit die Umstände des Vorfalls. Der Sprecher betonte, dass derartige Vorfälle selten seien, aber man die Abläufe weiter verbessern wolle. Der Häftling bleibt unter strenger Bewachung im Krankenhaus, bis er wieder in den regulären Vollzug zurückverlegt werden kann.



