Sechs Jahre Haft: Mutter fuhr mit Kindern absichtlich gegen Baum
Sechs Jahre Haft für Mutter nach Baumunfall mit Kindern

Das Landgericht Oldenburg hat eine 39-jährige Mutter zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt, weil sie im Februar 2026 mit ihren beiden Kindern im Auto absichtlich gegen einen Baum gefahren war. Das Gericht sprach die Frau des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Zudem wurde ihr die Fahrerlaubnis für mindestens vier Jahre entzogen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Hintergrund der Tat

Nach Überzeugung der Strafkammer stieg die gebürtige Deutsche an einem Abend im Februar mit ihren beiden Kindern in ihr Auto. Sie war erheblich alkoholisiert und fuhr mit einer Geschwindigkeit von rund 70 Kilometern pro Stunde gegen einen Baum in Lohne im Landkreis Vechta. Die damals achtjährige Tochter erlitt schwere Verletzungen und musste notoperiert werden. Der damals zehnjährige Sohn sowie die Angeklagte selbst zogen sich Knochenbrüche zu.

Geständnis und Erinnerungslücken

Die Angeklagte räumte die Tat vor Gericht ein, gab jedoch an, sich an viele Details nicht erinnern zu können. Das Gericht geht davon aus, dass die Trennung von ihrem Partner der Auslöser war. Sie habe den Mann mit der Tat bestrafen wollen. Die psychische Belastungssituation zum Tatzeitpunkt führte nach Ansicht des Gerichts zu einer verminderten Schuldfähigkeit. Der Verteidiger kündigte an, das Urteil zu prüfen und gegebenenfalls Rechtsmittel einzulegen.

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Rechtliche Würdigung

Die Staatsanwaltschaft hatte eine noch höhere Strafe gefordert, während die Verteidigung auf eine mildere Strafe plädierte. Das Gericht betonte in der Urteilsbegründung die besondere Schwere der Tat, da die Kinder völlig ahnungslos und wehrlos waren. Die Fahrerlaubnisentziehung soll sicherstellen, dass von der Frau keine weitere Gefahr im Straßenverkehr ausgeht. Die Entscheidung fiel nach mehreren Verhandlungstagen, in denen auch Sachverständige zur psychischen Verfassung der Angeklagten gehört wurden.

Opfer und Folgen

Die Kinder wurden nach dem Unfall in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Tochter befindet sich nach der Notoperation auf dem Weg der Besserung, leidet aber noch unter den Folgen. Der Sohn hat die Knochenbrüche mittlerweile auskuriert. Die Familie steht unter psychologischer Betreuung. Der Fall hatte in der Region für großes Entsetzen gesorgt.

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