Ein rotumrandetes Verkehrszeichen 260 „Verbot für Kraftfahrzeuge“ reicht aus, um die Mäckeritzwiesen zwischen Flughafen Tegel und Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal in ein bürokratisches Trauerspiel zu verwandeln. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat ohne Vorankündigung den schmalen, gepflasterten Alten Wiesenweg für den motorisierten Verkehr gesperrt. Offiziell begründet die Behörde dies damit, dass dort der Radweg Berlin–Kopenhagen verläuft und der Weg nie eine offizielle Straße war. Tatsächlich will das Bezirksamt wohl vermeiden, weiterhin für den Unterhalt des Weges aufkommen zu müssen.
Anwohner seit Jahrzehnten betroffen
Es gibt Anrainer, die seit Jahrzehnten am Alten Wiesenweg wohnen und ihr Grundstück mit dem Auto erreichen müssen. Für sie ist die Sperrung eine Katastrophe. Offiziell ist der Weg Betriebsgelände des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts, das ihn jedoch nicht benötigt. So schieben sich die Behörden gegenseitig die Verantwortung zu – die Anwohner bleiben auf der Strecke.
Bezirksämter schieben Verantwortung ab
Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf zeigt wenig Interesse an den Anwohnern, möglicherweise auch, weil diese verwaltungstechnisch zu Reinickendorf gehören. Das Bezirksamt Reinickendorf setzt auf langfristige Lösungen, wie eine noch zu bauende Erschließungsstraße. Eine sofortige Lösung gibt es nicht. Der Senat bietet lediglich eine Moderation zwischen den Bezirken an – ein Eingeständnis des organisierten Versagens.
Keine Alternative für betroffene Bürger
Die Sperrung ohne alternative Zuwegung ist mehr als eine abstrakte Verwaltungsentscheidung. Sie zeigt eine Haltung der Gleichgültigkeit gegenüber den Bürgern. Die Situation am Alten Wiesenweg ist das Ergebnis einer Verwaltung, die sich nur an Vorschriften klammert, statt den Menschen zu dienen. Frei nach dem Motto: Wo kein Wille ist, ist auch kein Weg – aber dafür ein Verbotsschild.
Ein Kommentar von Dirk Krampitz
Der Alte Wiesenweg an den Mäckeritzwiesen ist seit Ende Juni für den motorisierten Verkehr gesperrt. Die Anwohner fühlen sich im Stich gelassen. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat mit dem Schild den Weg gesperrt, wohl um Unterhaltskosten zu sparen. Dabei wäre eine pragmatische Lösung möglich gewesen – doch die Verwaltung zeigt keinen Willen. Ein Schildbürgerstreich, der zeigt, wie Verwaltung nicht funktionieren sollte.



