Mehr als 1500 Menschen haben in der vergangenen Woche die EU-Außengrenze in Nordafrika überquert – die meisten schwimmend. Die spanische Exklave Ceuta steht vor einer humanitären Notlage. Der Regionalpräsident Juan Jesús Vivas fordert nun Militärunterstützung von der Zentralregierung in Madrid.
Hunderte Migranten übernachten auf der Straße
Nach Angaben der spanischen Behörden kamen seit dem vergangenen Mittwoch rund 1500 Migranten, überwiegend aus Marokko, nach Ceuta. Viele schwammen entlang der Küste oder überwanden die Sperranlagen. Auch Hunderte Jugendliche waren darunter. Die spanische Polizei bestätigte die hohe Zahl, ohne genaue Zahlen zu nennen. Die Zeitung „El País“ beschreibt die Lage als humanitäre Notlage.
Die Aufnahmeeinrichtungen in Ceuta sind völlig überlastet. Bereits am Mittwoch erklärte Regionalpräsident Vivas, dass Menschen auf der Straße schlafen müssten. Er forderte die Regierung in Madrid auf, aus „Gründen der nationalen Sicherheit“ den Notstand auszurufen und das Militär an der Grenze zwischen Marokko und Ceuta einzusetzen.
Ceuta – einzige EU-Landgrenze in Afrika
Ceuta liegt östlich von Tanger an der Straße von Gibraltar. Zusammen mit der Exklave Melilla bildet Ceuta die einzigen Landgrenzen der Europäischen Union mit Afrika. Bereits 2021 kamen innerhalb weniger Tage 6000 Menschen nach Ceuta. Die aktuelle Welle überfordert erneut die Kapazitäten.
Die spanische Regierung steht unter Druck, die Migration zu kontrollieren. Die Forderung nach Militäreinsatz zeigt die Dringlichkeit. Gleichzeitig appellieren Hilfsorganisationen an die Menschlichkeit. Die Situation bleibt angespannt – viele Migranten harren unter freiem Himmel aus.



