17 Migranten vor Mallorca vermutlich ertrunken: Überlebende berichten
17 Migranten vor Mallorca vermutlich ertrunken

Bei dem Versuch, mit einem Boot die Balearen zu erreichen, sind nach Angaben von zwei Überlebenden bis zu 17 Migranten ums Leben gekommen. Die beiden Männer aus dem Maghreb wurden am frühen Dienstagmorgen gegen drei Uhr etwa 25 Kilometer südwestlich von Mallorca aus dem Meer gerettet. Sie gaben an, dass insgesamt 19 Menschen an Bord des kleinen Wasserfahrzeugs waren, wie der staatliche TV-Sender RTVE, die Regionalzeitung „Diario de Mallorca“ und weitere Medien übereinstimmend berichteten. Die Vertretung des spanischen Innenministeriums bestätigte die Berichte auf Anfrage.

15 Tage manövrierunfähig auf dem Meer

Die beiden Überlebenden wurden mit Anzeichen von Dehydrierung und Unterernährung in ein Krankenhaus auf Mallorca gebracht. Nach ihren Schilderungen trieb das Boot 15 Tage lang manövrierunfähig auf dem Mittelmeer. Während dieser Zeit starben die übrigen 17 Insassen, wie die beiden Männer gegenüber den Rettungskräften angaben. Eine unabhängige Bestätigung für diese dramatischen Angaben gab es zunächst nicht.

Die spanische Seenotrettung leitete umgehend eine Suchaktion im Gebiet südwestlich von Mallorca ein. Dabei kam unter anderem ein Hubschrauber zum Einsatz. Schiffe in der Umgebung wurden aufgefordert, nach möglichen weiteren Überlebenden Ausschau zu halten. Die Suche konzentrierte sich auf ein Seegebiet, in dem das Unglücksboot vermutlich tagelang umhergetrieben war.

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Weiteres Boot mit 15 Migranten vor Ibiza gerettet

Nur wenige Stunden später wurden erneut Migranten in Seenot gerettet: Seenotretter und die spanische Polizeieinheit Guardia Civil bargen 15 weitere Menschen aus einem Boot rund 55 Kilometer südwestlich von Ibiza. Auch sie waren offenbar auf dem Weg zu den Balearen und befanden sich in einer Notlage. Die genauen Umstände ihres Unglücks waren zunächst unklar, doch die Behörden gehen von einem weiteren gefährlichen Überfahrtsversuch aus.

Die Ereignisse werfen ein Schlaglicht auf die gefährliche Mittelmeerroute, die Migranten aus Nordafrika immer wieder in Kauf nehmen, um nach Europa zu gelangen. Die Überfahrten finden oft in überladenen und seeuntauglichen Booten statt, die für die hohen Wellen und starken Strömungen des Mittelmeers nicht ausgelegt sind.

Rund 4000 Migranten erreichten die Balearen in diesem Jahr

Nach Angaben des spanischen Innenministeriums in Madrid haben in diesem Jahr bereits rund 4000 Migranten die Balearen auf dem Seeweg erreicht. Die Inselgruppe ist neben den Kanaren, der Mittelmeerküste und den Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla eine der wichtigsten Ankunftsregionen der irregulären Migration in Spanien. Die Zahlen zeigen, dass der Zustrom trotz der Gefahren unvermindert anhält.

Erst in der vergangenen Woche waren Zehntausende Migranten bei einem Massenansturm vor allem schwimmend von Marokko aus nach Ceuta gelangt. Diese Ereignisse verdeutlichen den anhaltenden Druck an den europäischen Außengrenzen. Die spanischen Behörden stehen vor der Herausforderung, einerseits die Migration zu kontrollieren und andererseits humanitäre Katastrophen wie das jüngste Bootsunglück zu verhindern.

Suche nach Überlebenden läuft weiter

Die Einsatzkräfte setzten ihre Suche im Laufe des Tages fort. Es war jedoch unklar, ob noch weitere Überlebende gefunden werden können. Die beiden geretteten Männer wurden in einer Klinik auf Mallorca medizinisch versorgt und vernehmungsfähig gemacht. Die Behörden hoffen, von ihnen weitere Details über die Route und den Ablauf der Tragödie zu erfahren.

Die Nachricht von dem Unglück hat in Spanien große Betroffenheit ausgelöst. Hilfsorganisationen fordern erneut sichere und legale Einreisewege für Migranten, um derartige Todesfälle zu verhindern. Die Regierung in Madrid steht unter Druck, ihre Migrationspolitik zu überdenken und die Zusammenarbeit mit den Herkunfts- und Transitländern zu verstärken.

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