Der Natur- und UNESCO-Geopark TERRA.vita in Barkhausen bei Bad Essen (Landkreis Osnabrück, Niedersachsen) sucht für seinen berühmten Langhals-Dinosaurier ein neues Zuhause. Die 15 Meter lange, über 5 Meter hohe und 3 Meter breite Betonskulptur wiegt geschätzt 8 Tonnen und soll kostenlos abgegeben werden – allerdings nur an Selbstabholer, die den Schwerlasttransport auf eigene Kosten organisieren.
Ein Dino für den Garten – aber nur mit Schwerlasttransport
Der Park bewirbt den Urzeit-Riesen mit den besten Eigenschaften: Er haart nicht, ist allergikerfreundlich, stubenrein, macht keinen Lärm und frisst garantiert nichts weg. Der einzige Haken: Der neue Besitzer muss den XXL-Mitbewohner per Schwerlasttransport abholen. Eine erste Experteneinschätzung ergab, dass für einen Transport am Stück Kräne und ein Tieflader notwendig sind. Die benötigten Sondergenehmigungen sind Sache des Abholers.
Falscher Dino – Forschungserkenntnisse führen zur Ausmusterung
Seit mehr als 25 Jahren stand die Skulptur an den Saurierfährten von Barkhausen, wo bereits 1921 an einer Steilwand echte Dino-Spuren entdeckt wurden. Nun wird der Beton-Riese nicht nur wegen seines Alters ausgemustert. „Die Fährten stammen tatsächlich vom eng verwandten Europasaurus“, erklärt die stellvertretende Geschäftsführerin Ricarda Hirschmeier. Als der Dino Ende der 90er Jahre gebaut wurde, gingen Forscher noch davon aus, dass die Spuren von einem Camarasaurus stammen. Heute weiß man: Es war der falsche Dino.
Vom Giganten zum Zwerg: Europasaurus ist der neue Star
Während der Camarasaurus zu den Giganten seiner Zeit gehörte, war der Europasaurus deutlich kleiner. Der Pflanzenfresser lebte vor rund 154 Millionen Jahren im Oberjura und gilt mit einer Länge von rund 5 Metern als Zwerg unter den Langhals-Dinosauriern. Der Geopark lässt daher zwei neue Modelle des Minis bauen. Der bisherige Publikumsliebling muss weichen und sucht nun den wohlverdienten Ruhestand.
Alterserscheinungen und ungewisse Zukunft
Der Betonkoloss zeigt bereits Alterserscheinungen: Abplatzungen und Witterungsschäden sind deutlich sichtbar. Unter der Betonhülle steckt vermutlich ein hohles Stahlgerüst, doch ob sich der Koloss zerlegen und an anderer Stelle wieder zusammensetzen lässt, ist ungewiss. Ob der Umzug unbeschadet überstanden wird, kann niemand garantieren.
Über 50 Bewerber für den Urzeit-Rentner
Trotz der Herausforderungen haben sich bereits weit über 50 Interessenten gemeldet. Der Park prüft nun, ob sie die Auflagen erfüllen. Bevorzugt werden gemeinnützige Einrichtungen und Dino-Adoptierer aus der Region. Wer schon immer von einem eigenen Dinosaurier im Garten geträumt hat, hat jetzt vielleicht die einmalige Chance – allerdings mit erheblichem logistischem Aufwand.



