Niedersachsen hat seine Position als bundesweit größter Spargelproduzent in dieser Saison gefestigt. Nach vorläufigen Zahlen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) stieg die Erntemenge im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent auf etwa 21.000 Tonnen. Dies gelang trotz eines leichten Rückgangs des Hektarertrags, der mit 53,3 Dezitonnen unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre von 54,4 Dezitonnen lag.
Anbaufläche wächst wieder
Die ertragsfähige Anbaufläche, die in den Vorjahren kontinuierlich geschrumpft war, legte im Vergleich zu 2025 um 6,9 Prozent zu und umfasst nun rund 3.900 Hektar. Auch die nicht im Ertrag stehende Spargelfläche – junge Pflanzungen, die noch nicht geerntet werden – verzeichnete einen deutlichen Zuwachs von 20,7 Prozent auf etwa 700 Hektar und erreicht damit wieder das Niveau von 2020. Dies deutet darauf hin, dass die Landwirte langfristig in den Spargelanbau investieren.
Bundesweite Erntebilanz
Das Statistische Bundesamt schätzt die diesjährige Spargelernte in ganz Deutschland auf 100.300 Tonnen. Niedersachsen trägt davon voraussichtlich 20,9 Prozent bei, was den höchsten Anteil aller Bundesländer bedeutet. Die niedersächsischen Spargelbauern profitieren von den günstigen Böden und langjährigen Erfahrung im Anbau des Edelgemüses.
Herausforderungen für die Spargelbauern
Obwohl die Gesamtmenge gestiegen ist, bleibt der Ertrag pro Hektar hinter dem langjährigen Mittel zurück. Ursachen könnten Witterungsextreme wie Kälteeinbrüche oder Trockenperioden sowie zunehmende Schädlingsprobleme sein. Hinzu kommt der steigende Kostendruck durch höhere Löhne für Erntehelfer und gestiegene Energiekosten für die Beheizung der Folientunnel. Dennoch blicken viele Betriebe mit vorsichtigem Optimismus auf die kommende Saison, da die Nachfrage nach regionalem Spargel stabil ist.
Regionale Unterschiede
Innerhalb Niedersachsens konzentriert sich der Anbau vor allem auf die Regionen um Hannover, Braunschweig und Oldenburg. Der Landkreis Celle gilt als traditionelles Spargelanbaugebiet. Die Vermarktung erfolgt über Direktverkauf ab Hof, Wochenmärkte sowie den Lebensmitteleinzelhandel. Viele Höfe bieten zudem Selbstpflückaktionen an, um das Interesse der Verbraucher zu fördern.
Ausblick
Die Zunahme der jungen Anbauflächen lässt erwarten, dass in den nächsten Jahren die Produktionskapazitäten weiter steigen könnten. Allerdings bleibt die Spargelsaison kurz: Sie endet traditionell am Johannistag, dem 24. Juni. Die niedersächsischen Landwirte hoffen auf gleichmäßige Witterungsbedingungen, um die Erträge stabil zu halten. Das LSN wird im Herbst einen detaillierten Abschlussbericht mit endgültigen Zahlen vorlegen.



