Castor-Transporte: Polizei reduziert Einsatzkräfte auf 400
Castor-Transporte: Polizei reduziert Einsatzkräfte auf 400

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat die Zahl der Einsatzkräfte, die die Castor-Transporte von Jülich ins Zwischenlager Ahaus absichern, drastisch reduziert. Waren es beim ersten Transport am 24. März noch 2.700 Beamtinnen und Beamte, so sind es inzwischen nur noch 400. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP im Landtag hervor.

Reduzierung von Transport zu Transport

Die Zahlen sanken kontinuierlich: Am 21. April waren es 2.200, Anfang Mai 1.200 und am 20. Mai 1.100. Am 7. Juli gab es eine deutliche Reduzierung auf 500, und bei den Transporten neun und zehn am 21. und 23. Juli waren es nur noch 400. Diese Zahl bestätigte das zuständige Ministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage. Am 5. August ist der elfte Castor in Ahaus angekommen, zu diesem Einsatz liegen noch keine Zahlen vor.

Die Polizei in Münster, die für die Planung verantwortlich ist, äußert sich generell nicht zu Einsatztaktik und Startterminen. Die Transporte über 170 Kilometer starten in der Regel in den späten Abendstunden und führen über Landstraßen im Rheinland, dann über Autobahnen durchs Ruhrgebiet und das Münsterland. Die Ankunft in Ahaus erfolgt in den ersten Stunden des Folgetages.

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Bislang eine Panne, Proteste im Rahmen

Es gab bislang eine Panne: Am 22. Juli hatte ein Transportfahrzeug einen technischen Defekt, sodass der Castor erst mit einem Tag Verspätung losfahren konnte. Die Proteste von Atomkraftgegnern hielten sich bei allen Transporten im Rahmen. Straßenblockaden oder von Brücken abgeseilte Aktivisten gab es, wie befürchtet, nicht. Bei Mahnwachen in Jülich, im Ruhrgebiet und in Ahaus versammelten sich nur wenige Demonstranten. Beim ersten Transport hatten sich vor dem Zwischenlager rund 70 Protestierende hinter einem Absperrgitter eingefunden.

Patrick Schlüter, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), sagte der dpa: "Trotz des reduzierten Kräfteansatzes: Über die Größe der Herausforderung dieses Einsatzes darf man sich keine Illusionen machen. Die Tatsache, dass nach mehr als vier Monaten erst elf Transporte geschafft sind und damit erst elf von 152 Behältern nach Ahaus gebracht wurden, spricht Bände: Diese Aufgabe wird die Polizei in NRW noch lange belasten!"

GdP: Wissen wächst, aber Vorsicht geboten

Schlüter betonte, dass mit jedem Transport das Wissen über Protest- und Störpotenzial sowie den Einsatzablauf wachse. "Die Einsatzleitung, die alles sehr umsichtig organisiert, hat deshalb den Kräfteansatz sehr deutlich runtergefahren. Bei Bedarf wird er jedoch jederzeit und auch sehr schnell wieder hochgefahren werden", erklärte er. Er warnte vor vorschnellen Schlüssen: "Über die tatsächliche Reduzierung des Mehraufwandes lässt sich deshalb noch nichts verlässlich sagen - zumal ja erst ein Bruchteil der Transporte absolviert ist."

Insgesamt müssen 152 Castor-Behälter von Jülich nach Ahaus gebracht werden. Die Transporte sollen sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, wobei die Polizei ihre Strategie an die Erfahrungen anpasst.

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