In Nordrhein-Westfalen deutet sich nach einem ungewöhnlich warmen Juni und einem sonnigen Start in die Sommerferien eine außergewöhnlich gute Freibadsaison an. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) zeigt sich in ihrer ersten Zwischenbilanz für das Bundesland äußerst zuversichtlich: Ein Rekordsommer sei durchaus möglich. Noch allerdings fehlen konkrete Besucherzahlen, um die Lage genau zu beziffern.
Mitverantwortlich für die positive Stimmung ist nach Einschätzung des Verbandes insbesondere das Wetter. Die vielen heißen Tage im Juni haben bereits zu vollen Becken geführt, wie es aus den Mitgliedsbetrieben verlautete. Pressesprecherin Ann-Christin von Kieter Schmidt erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Der Erfolg einer Saison hängt natürlich stark vom Wetter ab, deshalb haben wir in diesem Jahr gute Chancen auf einen Rekordsommer.“ Sie betonte, dass aus Sicht von Nordrhein-Westfalen auch der Wetterverlauf zum Ferienbeginn günstig sei.
Erste Bilanz erst nach Auswertung der Umfrage
Die Gesellschaft kann die Entwicklung allerdings erst später mit Zahlen unterlegen. Die jährliche Freibadbefragung unter den Mitgliedsfreibädern, bei der unter anderem die Besucherzahlen und die Zahl der Öffnungstage erfasst werden, sei erst vor wenigen Tagen gestartet worden, so von Kieter Schmidt. Eine Auswertung werde daher frühestens in einigen Wochen möglich sein.
Besonders erfreulich ist aus NRW-Sicht, dass das Wetter auch zu Beginn der Sommerferien hält, nachdem der Juni bereits viele Hitzetage gebracht hatte. Im vergangenen Jahr 2025 war das anders: Da seien die Ferien eher verregnet gewesen, erinnerte sich die Sprecherin. Diese Wetterlage hatte damals für weniger Badegäste gesorgt und die Bilanz vieler Freibäder getrübt. In diesem Sommer könnte die Saison dagegen deutlich länger und intensiver ausfallen.
Einlassregeln für Kinder ohne Schwimmabzeichen bleiben umstritten
Zu Beginn der Saison hatte es überdies Diskussionen über Einlassregeln in einigen Bädern gegeben. Konkret geht es um Kinder und Jugendliche, die kein Schwimmabzeichen besitzen. In Hagen, Verl und Porta Westfalica müssen sie vor den Toren bleiben. Die Sprecherin der DGfdB bezeichnete das Thema als „heiß diskutiert“. Manches spreche für solche Regeln, anderes dagegen. Letztlich sei es eine Abwägung, sagte von Kieter Schmidt. Der Großteil der Freibäder habe jedoch nichts an den Bedingungen geändert.
Entscheidungen über Eintrittspreise und -regeln fällen die Kommunen als Träger, weshalb eine kurzfristige Anpassung in den meisten Fällen nicht in Betracht komme. Die DGfdB beobachtet die Entwicklungen dennoch aufmerksam. Die Diskussion um die Zugangsbedingungen dürfte angesichts des großen Interesses an der Sicherheit im Wasser auch in den kommenden Wochen präsent bleiben.
Wie geht es weiter?
Ob die Saison tatsächlich einen Rekord aufstellt, hängt nach Einschätzung der DGfdB in erster Linie vom Wetter ab. Sollten die heißen Tage anhalten oder in den nächsten Wochen weiterhin für hohe Temperaturen sorgen, ist mit einem Besucheranstieg in den Freibädern Nordrhein-Westfalens zu rechnen. Auch der anhaltende Sommerurlaub trägt dazu bei, dass viele Familien die Bäder aufsuchen. Die endgültigen Zahlen wird die jährliche Freibadbefragung liefern. Bis dahin bleibt die Stimmung unter den Betreibern positiv.
Die Freibadsaison 2026 könnte damit als eine der erfolgreichsten in die Geschichte Nordrhein-Westfalens eingehen. Zwar steht der endgültige Beweis noch aus, doch die Weichen scheinen gestellt. Die Kombination aus heißem Juni, beständigem Ferienbeginn und einer großen Bereitschaft der Bevölkerung, die Freibäder zu nutzen, lässt die Erwartungen steigen.



