KI-Verdacht auf Kohlenmonoxid: Großeinsatz in Solingen
KI-Verdacht auf Kohlenmonoxid: Großeinsatz in Solingen

In der Nacht zu Montag hat ein Großeinsatz der Feuerwehr Solingen für Aufsehen gesorgt. Auslöser war eine Vermutung, die nicht von einem Profi, sondern von einer Künstlichen Intelligenz stammte. Fünf Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Neuenkamper Straße litten plötzlich unter Schwindel und Kopfschmerzen. Sie konsultierten eine KI-Anwendung, um die mögliche Ursache einzukreisen. Die KI äußerte den Verdacht auf eine Vergiftung mit Kohlenmonoxid (CO) – ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, das bei der Verbrennung entsteht und hochgiftig ist. Die Bewohner wählten daraufhin den Notruf.

Die Einsatzkräfte rückten mit einem Großaufgebot an. Die Feuerwehr und die Stadtwerke Solingen führten Messungen durch, konnten aber in der Wohnung zunächst kein Kohlenmonoxid feststellen. Erst ein Notarzt fand bei einer Untersuchung CO im Blut eines Bewohners. Das änderte die Lage: Das gesamte Haus wurde geräumt, alle Bewohner wurden medizinisch getestet. Auch bei ihnen wurde Kohlenmonoxid im Blut nachgewiesen.

Rätsel um die Gasquelle

Obwohl alle Bewohner erhöhte CO-Werte im Blut hatten, gelang es den Helfern nicht, das Gas im Gebäude zu messen. Nach Angaben der Feuerwehr Solingen kamen gleich drei Messgeräte zum Einsatz. „Doch noch immer konnte im gesamten Gebäude kein CO nachgewiesen werden“, hieß es in einer Pressemitteilung der Einsatzkräfte. Als Vorsichtsmaßnahme schaltete der Bereitschaftsdienst der Stadtwerke die Gasanlage des Hauses ab. Der Bezirksschornsteinfeger soll nun die Ursache untersuchen.

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Von den fünf betroffenen Bewohnern konnte eine Person in ihre Wohnung zurückkehren. Die vier übrigen wurden zur weiteren Abklärung in eine Notaufnahme gebracht. Über den aktuellen Gesundheitszustand der Betroffenen liegen keine Angaben vor.

Kohlenmonoxid: Gefahr aus dem Verborgenen

Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständigen Verbrennungsprozessen, etwa in defekten Gasöfen, Durchlauferhitzern oder Kaminen. Das Gas ist besonders tückisch, weil es von Menschen nicht wahrnehmbar ist. Es bindet sich im Blut an die roten Blutkörperchen und blockiert den Sauerstofftransport. Erste Symptome einer CO-Vergiftung sind genau jene, die die Solinger Bewohner spürten: Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit. In höheren Konzentrationen drohen Bewusstlosigkeit und Lebensgefahr.

Die Rolle der KI in der Notfallvorsorge

Der Fall in Solingen zeigt exemplarisch, wie Künstliche Intelligenz im Alltag zur Gesundheitsvorsorge beitragen kann. Die KI-Anwendung hat die Symptome der Bewohner eingeordnet und einen plausiblen Verdacht geäußert. Ob dadurch tatsächlich Menschenleben gerettet wurden, lässt sich nicht zweifelsfrei beantworten. Die Feuerwehr Solingen betonte in ihrer Mitteilung, dass die schnelle Alarmierung durch die Bewohner der entscheidende Faktor war. Dennoch verdeutlicht der Vorfall, dass KI-Systeme als Ergänzung zur menschlichen Einschätzung hilfreich sein können – insbesondere dann, wenn eine Gefahr unsichtbar ist.

Noch viele Fragen offen

Die Ermittlungen zur Ursache der CO-Belastung dauern an. Der Bezirksschornsteinfeger wird die Gasanlage des Mehrfamilienhauses überprüfen. Erst danach kann über eine Entwarnung oder weitere Maßnahmen entschieden werden. Solange die CO-Quelle nicht gefunden ist, bleiben für die Bewohner Fragen – und für die Experten eine ungewöhnliche Einsatzlage.

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