Unglück am Bahnübergang: 79-Jähriger und Hund von Zug erfasst
Unglück am Bahnübergang: 79-Jähriger und Hund von Zug erfasst

Ein 79-jähriger Fußgänger ist am Dienstagmorgen an einem unbeschrankten Bahnübergang in Havixbeck im Kreis Coesfeld von einem Zug erfasst und tödlich verletzt worden. Auch sein Hund kam bei dem Zusammenstoß ums Leben. Die Polizei teilte mit, der Mann habe den Übergang in einer Bauernschaft im Münsterland betreten und nicht auf die Warnsignale des herannahenden Zuges reagiert.

Strecke für vier Stunden gesperrt

Die Bahnstrecke zwischen Münster und Coesfeld war nach dem Unglück für rund vier Stunden voll gesperrt. Reisende mussten mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache laufen noch. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben.

Unfallort in ländlicher Gegend

Der Bahnübergang befindet sich in einer abgelegenen Bauernschaft, die von Feldern und Wiesen umgeben ist. Solche unbeschrankten Übergänge sind in ländlichen Regionen Nordrhein-Westfalens keine Seltenheit. Sie sind in der Regel mit Andreaskreuzen und teilweise mit Lichtsignalen ausgestattet, jedoch ohne Schranken. Der 79-Jährige stammte aus Havixbeck, einer Gemeinde mit rund 11.000 Einwohnern im Kreis Coesfeld.

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Ermittlungen zur Ursache

Die Polizei prüft nun, warum der Mann die Warnsignale nicht beachtet hat. Mögliche Ursachen könnten gesundheitliche Probleme, Unachtsamkeit oder eine akustische Beeinträchtigung sein. Auch eine technische Störung der Signalanlage wird untersucht, gilt aber nach ersten Erkenntnissen als unwahrscheinlich. Die Ermittler haben die Befragung von Zeugen aufgenommen und die Auswertung der Zugdaten angeordnet.

Reaktionen und Konsequenzen

Der Vorfall hat in der Region Bestürzung ausgelöst. Die Gemeinde Havixbeck zeigte sich betroffen. Bürgermeister Klaus Grotjohann sprach von einem tragischen Unglück und sprach der Familie des Verstorbenen sein Beileid aus. Die Deutsche Bahn kündigte an, mit der Polizei zusammenzuarbeiten und die Sicherheitsmaßnahmen an dem Übergang zu überprüfen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Diskussionen über die Sicherheit unbeschrankter Bahnübergänge in Deutschland. Laut einer Statistik der Bundesanstalt für Straßenwesen ereignen sich an solchen Übergängen überdurchschnittlich viele Unfälle.

Hintergrund: Unbeschrankte Bahnübergänge

Unbeschrankte Bahnübergänge sind in Deutschland nach wie vor weit verbreitet, insbesondere in ländlichen Gebieten. Sie sind oft nur mit Andreaskreuzen und manchmal mit Lichtzeichen ausgestattet. Die Deutsche Bahn hat in den letzten Jahren zahlreiche solcher Übergänge modernisiert oder durch Brücken und Unterführungen ersetzt, aber aus Kostengründen bleibt eine vollständige Beseitigung unrealistisch. Verkehrsexperten fordern eine verstärkte Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren an Bahnübergängen.

Unfallzahlen im Vergleich

Im Jahr 2023 gab es in Deutschland insgesamt 1.700 Zusammenstöße an Bahnübergängen, bei denen 173 Menschen ums Leben kamen. Die meisten Unfälle passieren an unbeschrankten Übergängen. Die Polizei weist darauf hin, dass Fußgänger und Autofahrer an solchen Übergängen besonders vorsichtig sein sollten. Der aktuelle Vorfall in Havixbeck ist der zweite tödliche Unfall an einem Bahnübergang in Nordrhein-Westfalen innerhalb weniger Monate.

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