Berlin-Mitte: Alarmierende Zahlen zu Mieten und Schulden
Berlin-Mitte: Alarm bei Mieten und Schulden

Die Nachfrage nach Sozial- und Mieterberatung in Berlin-Mitte ist enorm: In Wedding nehmen monatlich durchschnittlich 600 bis 700 Menschen die Schuldnerberatung in Anspruch, in Tiergarten sind es 360. Bei der Mieterberatung suchen in Wedding rund 130 Personen pro Monat Hilfe – dreimal so viele wie in Moabit. Diese Zahlen stammen aus einer Anfrage des Grünen-Abgeordneten Taylan Kurt, die der Morgenpost vorliegt.

Politiker schlägt Alarm

Taylan Kurt, der den Brüsseler Kiez in Wedding im Abgeordnetenhaus vertritt, sieht darin ein „absolutes Alarmsignal“. Gegenüber der Morgenpost erklärt er: „Das ist nicht bloß eine Zahl, das ist ein absolutes Alarmsignal! Viele Mieterinnen und Mieter fühlen sich in Moabit und besonders in Wedding machtlos und suchen deshalb Hilfe bei Beratungsangeboten.“ Er fordert den Senat auf, die Angebote kurzfristig auszubauen, um lange Wartezeiten zu vermeiden.

Hintergrund: Steigende Mieten und wachsender Druck

Die Mieten in Moabit und Wedding sind für viele Bewohner kaum noch zu stemmen. Besonders in Wedding, einem Stadtteil mit vielen Altbauten, haben Mieter mit massiven Mieterhöhungen zu kämpfen. Die hohe Nachfrage nach Beratung zeigt, dass der Druck auf die Haushalte zunimmt. Kurt fordert daher ein Bündel an Maßnahmen: ein Bezahlbare-Mieten-Gesetz für Berlin, mehr bezahlbaren Wohnungsneubau durch landeseigene Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften sowie die konsequente Durchsetzung des Verbots von möblierten und befristeten Wohnungsangeboten in Milieuschutzgebieten wie Wedding.

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Forderungen an den Senat

Der Politiker betont, dass der Staat sich lächerlich mache, wenn Gesetze und Regeln auf dem Wohnungsmarkt nicht durchgesetzt würden. „Wir brauchen hierzu erstens ein Bezahlbare-Mieten-Gesetz für Berlin, um gegen Mietwucher effektiv vorgehen zu können, zweitens bezahlbaren Wohnungsneubau durch landeseigene Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften in Wedding und drittens endlich mehr Law and Order auf dem Wohnungsmarkt und die harte Durchsetzung des Verbots von möblierten und befristeten Wohnungsangeboten in Milieuschutzgebieten wie in Wedding“, so Kurt.

Auswirkungen auf die Betroffenen

Die hohe Nachfrage führt zu langen Wartezeiten bei den Beratungsstellen. Viele Betroffene fühlen sich allein gelassen und wissen nicht, wie sie ihre Miete oder Schulden bewältigen sollen. Die Beratungsangebote sind oft die letzte Rettung, um drohende Wohnungslosigkeit oder Überschuldung abzuwenden. Der Senat steht nun in der Pflicht, schnell zu handeln, um die Situation zu entschärfen.

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