Augsburg hat die schönste Altstadt Deutschlands. Das ist das Ergebnis einer Studie des Immobilienportals Immowelt, die insgesamt 100 Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern unter die Lupe nahm. Die bayerische Stadt setzte sich dabei gegen Heidelberg und Passau durch, die die Plätze zwei und drei belegen.
Kriterien: historische Bausubstanz, Schönheit und Atmosphäre
Für das Ranking wurden verschiedene Faktoren bewertet, darunter die historische Bausubstanz, die architektonische Schönheit und die Atmosphäre der Altstadt. Zudem flossen Aspekte wie die Anzahl der Baudenkmäler und die Fußgängerfreundlichkeit in die Bewertung ein. Immowelt-Sprecherin Barbara Schmid erklärte: „Eine schöne Altstadt ist ein wichtiger Standortfaktor für eine Stadt. Sie zieht nicht nur Touristen an, sondern steigert auch die Lebensqualität für die Bewohner.“
Die Studie wurde bereits im Jahr 2026 durchgeführt und veröffentlicht. Die genaue Methodik sieht vor, dass unabhängige Gutachter die Altstädte vor Ort begutachten und anhand eines Punktesystems bewerten. Insgesamt wurden über 200 Einzelkriterien berücksichtigt, die von der Erhaltung historischer Fassaden bis zur Sauberkeit der Gassen reichen.
Augsburg überzeugt mit römischer Geschichte und Renaissance
Augsburg punktete vor allem mit seiner über 2000-jährigen Geschichte, die bis in die Römerzeit zurückreicht. Die Altstadt mit ihren prachtvollen Renaissancebauten, engen Gassen und der bekannten Fuggerei – der ältesten Sozialsiedlung der Welt – beeindruckte die Juroren besonders. Oberbürgermeisterin Eva Weber zeigte sich erfreut über die Auszeichnung: „Diese Auszeichnung ist eine wunderbare Bestätigung für die Arbeit aller, die sich für den Erhalt unserer historischen Altstadt einsetzen. Sie zeigt, dass Augsburg zu Recht als eine der schönsten Städte Deutschlands gilt.“
Heidelberg, das den zweiten Platz belegte, ist vor allem für seine romantische Altstadt am Neckar bekannt, mit der berühmten Heidelberger Schlossruine und der ältesten Universität Deutschlands. Passau, das den dritten Platz erreichte, überzeugte die Gutachter mit seiner barocken Altstadt an der Mündung von Donau, Inn und Ilz, die auch als „Dreiflüssestadt“ bekannt ist.
Bayern dominiert die Top 10
Die Top 10 der schönsten Altstädte werden von bayerischen Städten dominiert. Neben Augsburg und Passau schafften es auch Regensburg (Platz 4), Bamberg (Platz 5) und Würzburg (Platz 7) unter die besten zehn. Komplettiert wird die Liste von Tübingen (Platz 6), Rostock (Platz 8), Erfurt (Platz 9) und Freiburg im Breisgau (Platz 10).
Diese Städte zeichnen sich laut Studie durch eine besonders gut erhaltene historische Bausubstanz aus, die oft über Jahrhunderte unverändert geblieben ist. Viele von ihnen sind zudem UNESCO-Weltkulturerbe, was zusätzlich zur Attraktivität beiträgt.
Negative Überraschungen und Schlusslichter
Am schlechtesten schnitten Städte ab, deren Altstädte im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und später modern wiederaufgebaut wurden. Dazu zählen unter anderem Städte im Ruhrgebiet sowie einige Großstädte in Norddeutschland. Die Studie zeigt, dass ein hoher Anteil an historischer Bausubstanz der wichtigste Faktor für eine schöne Altstadt ist.
Immowelt wertet die Ergebnisse auch als Indikator für die Attraktivität einer Stadt als Wohnort. „Eine gepflegte Altstadt steigert die Nachfrage nach Wohnraum in der Umgebung und kann sich positiv auf die Immobilienpreise auswirken“, erklärt Schmid. Die komplette Liste mit allen 100 untersuchten Städten ist auf der Website von Immowelt abrufbar.
Ausblick: Bedeutung für Tourismus und Stadtentwicklung
Die Auszeichnung dürfte auch Auswirkungen auf den Tourismus haben. Städte mit einer schönen Altstadt verzeichnen nachweislich mehr Besucher und höhere Übernachtungszahlen. Für Augsburg bedeutet der Titel eine weitere Chance, sich als Reiseziel zu positionieren – neben der Fuggerei und dem Augsburger Dom locken künftig noch mehr Besucher in die historische Innenstadt.
Stadtplaner sehen in den Ergebnissen der Studie eine Bestätigung dafür, dass der Erhalt historischer Bausubstanz nicht nur kulturell, sondern auch ökonomisch sinnvoll ist. Investitionen in die Sanierung von Altbauten zahlen sich langfristig aus – sowohl für die Stadt als auch für private Eigentümer.



