Im Landkreis Unterallgäu suchen immer mehr Frauen Schutz vor häuslicher Gewalt. Das örtliche Frauenhaus ist eine Anlaufstelle für Betroffene. Doch die Nachfrage ist hoch, und die Plätze sind begrenzt. Wo Frauen Hilfe bekommen und wie sie Unterstützung finden, zeigt ein Überblick.
Hintergrund: Gewalt gegen Frauen im Unterallgäu
Laut Polizei wurden im vergangenen Jahr im Unterallgäu zahlreiche Fälle von häuslicher Gewalt registriert. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher sein, da viele Taten nicht angezeigt werden. Das Frauenhaus in Mindelheim bietet betroffenen Frauen und ihren Kindern eine sichere Unterkunft. Die Einrichtung wird vom Landkreis getragen und arbeitet eng mit Beratungsstellen und der Polizei zusammen.
Angebote und Unterstützung
Das Frauenhaus verfügt über mehrere Plätze und wird von Fachkräften betreut. Die Frauen erhalten nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch psychosoziale Beratung und Unterstützung bei Behördengängen. „Wir helfen den Frauen, einen Neuanfang zu wagen“, sagt die Leiterin des Frauenhauses. Zudem gibt es eine telefonische Beratung, die rund um die Uhr erreichbar ist.
Weitere Hilfsangebote im Landkreis
Neben dem Frauenhaus gibt es weitere Anlaufstellen: Der Verein „Frauen helfen Frauen“ bietet Beratung und Begleitung an. Auch die Polizei hat speziell geschulte Beamte für Opferschutz. In akuten Notfällen ist die 110 der richtige Notruf. Zudem können sich Betroffene an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 08000 116 016 wenden.
Toxische Beziehungen erkennen
Viele Frauen zögern, sich Hilfe zu holen, weil sie die Gewalt nicht als solche erkennen. „Toxische Beziehungen sind oft von Kontrolle und Eifersucht geprägt“, erklärt eine Beraterin. Warnsignale sind unter anderem ständige Kritik, Isolation von Freunden und Familie sowie körperliche Übergriffe. Es ist wichtig, diese Zeichen ernst zu nehmen und sich frühzeitig Unterstützung zu suchen.
Prävention und Aufklärung
Um Gewalt zu verhindern, setzt der Landkreis auf Prävention. In Schulen werden Workshops angeboten, die über respektvollen Umgang aufklären. Auch die Polizei informiert in Vorträgen über das Thema. Ziel ist es, das Bewusstsein zu schärfen und Betroffene zu ermutigen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Das Frauenhaus im Unterallgäu ist ein wichtiger Baustein im Hilfesystem. Doch es braucht mehr Plätze und mehr Aufklärung, um allen Frauen gerecht zu werden. Wer Hilfe benötigt, sollte sich nicht scheuen, Angebote zu nutzen.



