15 Elefanten in Kenia sterben an Cyanid-Vergiftung durch Tomaten
15 Elefanten in Kenia sterben an Cyanid-Vergiftung

Im Süden Kenias sind innerhalb weniger Wochen 15 Elefanten an einer Cyanid-Vergiftung gestorben. Die Wildtierbehörde Kenya Wildlife Service (KWS) gab bekannt, dass die Tiere wahrscheinlich kontaminierte Tomaten auf einer Farm nahe dem Amboseli-Nationalpark gefressen hatten. Die Vergiftung betraf hauptsächlich Elefantenkühe und ihre Kälber, die innerhalb von ein bis zwei Tagen nach dem Verzehr starben.

Spur führt zu Tomatenfarm

Die Elefanten starben zwischen Mitte Juni und Mitte Juli 2026 in der Region um den Amboseli-Nationalpark, der an Tansania grenzt. Auch das Kimana-Schutzgebiet und die Kuku-Ranch waren betroffen. KWS-Generaldirektor Erastus Kanga bestätigte, dass bei Laboruntersuchungen Cyanid in den Proben der Tiere nachgewiesen wurde. »Cyanid ist eine hochgiftige Chemikalie, insbesondere für Elefanten«, sagte Kanga lokalen Medien. Die Behörden nehmen an, dass die Tomaten auf einer angrenzenden Farm mit der Chemikalie verunreinigt wurden. Unklar ist bislang, wer für die Kontamination verantwortlich ist.

Symptome und Untersuchungen

Die Elefanten zeigten vor ihrem Tod ähnliche Symptome: Sie waren teilweise gelähmt, konnten nicht mehr aufstehen und starben innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Erste Untersuchungen der KWS deuteten auf eine Vergiftung hin, woraufhin weitere Tests angeordnet wurden. Auch Wasserproben aus der Umgebung wurden analysiert. Da die Region landwirtschaftlich genutzt wird und auch Nutztiere wie Ziegen und Rinder dort weiden, besteht die Gefahr, dass auch diese Tiere an den Folgen der Vergiftung sterben. Für die menschliche Gesundheit sehen die Behörden jedoch keine unmittelbare Gefahr.

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Hintergrund: Konflikte zwischen Menschen und Elefanten

In der Vergangenheit standen Landwirte in der Region immer wieder im Verdacht, Elefanten gezielt zu vergiften. Die Tiere dringen oft in Felder ein, um Mais, Tomaten oder andere Nutzpflanzen zu fressen, was zu Ernteverlusten führt. Der Amboseli-Nationalpark grenzt an Gebiete mit intensiver Landwirtschaft und Viehzucht. Der Tod der 15 Elefanten ist einer der schwersten Vorfälle dieser Art in Kenia in den letzten Jahren. Die KWS ermittelt nun, wer für die Verunreinigung der Tomaten verantwortlich ist, und hat verstärkte Patrouillen angekündigt, um weitere Vergiftungen zu verhindern.

Bedeutung der Elefantenpopulation

Der Amboseli-Nationalpark ist bekannt für seine große Elefantenpopulation, die von Wissenschaftlern seit Jahrzehnten erforscht wird. Die Tiere sind eine wichtige Touristenattraktion und tragen zur lokalen Wirtschaft bei. Der Verlust von 15 Elefanten, darunter viele Kühe und Kälber, ist ein schwerer Schlag für die Population. Naturschutzorganisationen fordern strengere Maßnahmen zum Schutz der Tiere und eine bessere Zusammenarbeit mit den Landwirten, um Konflikte zu entschärfen.

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