Die Badeseen im Landkreis Unterallgäu sind in diesem Sommer überwiegend in einem guten hygienischen Zustand. Das hat die regelmäßige Überwachung durch das Gesundheitsamt ergeben. Allerdings kann es nach starken Regenfällen zu kurzzeitigen Beeinträchtigungen kommen, wie das Landratsamt mitteilt.
Regelmäßige Kontrollen sichern die Wasserqualität
Das Gesundheitsamt Unterallgäu entnimmt während der Badesaison von Mitte Mai bis Anfang September wöchentlich Proben an den offiziellen Badestellen. Untersucht werden unter anderem die Werte für coliforme Keime, Escherichia coli und intestinale Enterokokken. Diese Indikatoren geben Aufschluss über eine mögliche fäkale Verunreinigung.
Zusätzlich werden Sichttiefe, Wassertemperatur und der pH-Wert gemessen. Die Ergebnisse werden mit den Grenzwerten der EU-Badegewässerrichtlinie abgeglichen. Bei Überschreitungen wird sofort nachkontrolliert und gegebenenfalls ein Badeverbot ausgesprochen.
Starkregen als Risikofaktor
Ein besonderes Augenmerk gilt den Tagen nach kräftigen Niederschlägen. Durch den Oberflächenabfluss können Keime von Wiesen und Feldern in die Seen gespült werden. Betroffen sind vor allem flache Uferbereiche und Buchten mit geringem Wasseraustausch.
Das Landratsamt empfiehlt, nach solchen Ereignissen etwa 24 bis 48 Stunden zu warten, bevor man badet. Auch im trüben Wasser sollten Badegäste vorsichtig sein. „Wenn die Sichttiefe weniger als einen Meter beträgt, sollte man besser auf das Baden verzichten“, rät eine Sprecherin des Gesundheitsamts.
Alle Badestellen im Überblick
Im Landkreis gibt es insgesamt 15 ausgewiesene Badestellen an Seen wie dem Untere Mühlbachweiher, dem Illerbeurer Baggersee oder dem Badeweiher in Bad Wörishofen. Eine aktuelle Übersicht mit den Messwerten veröffentlicht das Landratsamt wöchentlich auf seiner Internetseite.
Die meisten Seen erreichen die Note „ausgezeichnet“ oder „gut“. Nur vereinzelt gab es in der Vergangenheit kurzfristige Abweichungen, die aber schnell wieder behoben werden konnten. Insgesamt sei die Wasserqualität im Unterallgäu seit Jahren stabil, so die Behörde.
Badegäste können selbst zur Sauberkeit beitragen
Um die Wasserqualität zu erhalten, appelliert das Landratsamt an die Besucher, keinen Müll zu hinterlassen und die Toilettenanlagen zu nutzen. Insbesondere Windeln und Hundekot sollten nicht am Ufer entsorgt werden.
Zudem sollte man nicht mit Hautcreme oder Sonnenöl ins Wasser gehen, da diese Substanzen die Wasserqualität belasten können. Auch das Verfüttern von Brot an Wasservögel führt zu einer erhöhten Nährstoffbelastung und begünstigt Algenwachstum.
Blaualgen: Gefahr bei hohen Temperaturen
Bei anhaltender Hitze können sich Blaualgen vermehren. Diese können Giftstoffe produzieren, die Hautreizungen und Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Das Gesundheitsamt beobachtet die Entwicklung genau und informiert bei Bedarf über Warnhinweise.
Erkennbar sind Blaualgen an grünlichen Schlieren oder einer „blühenden“ Oberfläche. In solchen Fällen sollte man das Baden unterlassen, insbesondere Kinder und Haustiere sind gefährdet.
Das Landratsamt versichert, dass die Kontrollen auch in den kommenden Wochen fortgeführt werden. So können Badegäste sicher sein, dass die Qualität der Badeseen im Unterallgäu auf dem neuesten Stand ist.



