Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat am Dienstag die südjapanische Insel Kyushu erschüttert und eine großflächige Evakuierung ausgelöst. Nach Angaben der japanischen Behörden wurden mehr als 150.000 Menschen aufgefordert, Evakuierungszentren aufzusuchen. Japanische Fernsehsender berichten von mehreren Toten und zahlreichen Verletzten.
Erschütterungen und Schäden auf Kyushu
Das Beben ereignete sich am Morgen um 14:58 Uhr Ortszeit und hatte sein Epizentrum vor der Küste der Präfektur Miyazaki. Die Erschütterungen waren in weiten Teilen der Region zu spüren, darunter auch in den Städten Kumamoto und Kagoshima. Erste Berichte deuten auf eingestürzte Gebäude, beschädigte Straßen und unterbrochene Stromversorgung hin. Die japanische Meteorologiebehörde warnte zudem vor möglichen Nachbeben und Tsunamiwellen, die jedoch bislang ausgeblieben sind.
Evakuierungsmaßnahmen und Rettungsarbeiten
Die Behörden richteten Notunterkünfte in Schulen und Gemeindezentren ein, um die Evakuierten aufzunehmen. Das Militär wurde zur Unterstützung der Rettungsarbeiten mobilisiert. „Wir tun alles, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten“, erklärte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde. Die genaue Zahl der Toten und Verletzten ist noch unklar, da die Rettungskräfte weiterhin die betroffenen Gebiete durchkämmen. Medienberichten zufolge gibt es mindestens fünf Todesopfer und Dutzende Verletzte.
Auswirkungen auf Verkehr und Infrastruktur
Der Zugverkehr auf Kyushu wurde vorübergehend eingestellt, und mehrere Autobahnabschnitte mussten gesperrt werden. Der Flughafen Miyazaki stellte den Betrieb ein, um Schäden an der Start- und Landebahn zu überprüfen. Die Stromausfälle betreffen nach Angaben des Energieversorgers Kyushu Electric Power etwa 200.000 Haushalte. Die Behörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Infrastruktur wiederherzustellen und die Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser sicherzustellen.
Hintergrund: Erdbeben in Japan
Japan liegt am Pazifischen Feuerring und ist eines der erdbebenreichsten Länder der Welt. Das Land verfügt über strenge Bauvorschriften und ausgeklügelte Frühwarnsysteme, doch Beben dieser Stärke können dennoch verheerende Schäden anrichten. Das letzte schwere Erdbeben in der Region ereignete sich 2016 in Kumamoto und forderte über 200 Todesopfer. Die heutige Katastrophe zeigt erneut die Verwundbarkeit der Region gegenüber Naturgewalten.



