Die Großbrände vor den Toren von Madrid und Bordeaux haben sich zu einer existentiellen Bedrohung für die Metropolregionen entwickelt. Seit Tagen kämpfen Einsatzkräfte gegen die Flammen, die durch extreme Trockenheit und Winde immer wieder neu entfacht werden. Allein in der Region um Madrid sind über 10.000 Hektar Land verbrannt, wie die Regionalregierung mitteilte. In Südfrankreich belaufen sich die Schäden auf rund 8.000 Hektar.
Lage in Madrid: Flammen rücken auf die Stadt vor
Im Nordwesten Madrids haben die Feuer mehrere Ortschaften erfasst. Besonders betroffen sind die Gemeinden El Escorial und Navalagamella. Die Behörden haben vorsorglich 15.000 Bewohner evakuiert. Feuerwehrchefin María López warnte: „Die nächsten 48 Stunden werden entscheidend sein. Der Wind treibt die Flammen direkt auf die Stadt zu.“ Am Dienstagabend loderten die Brände nur noch acht Kilometer von den ersten Wohngebieten der Hauptstadt entfernt.
Bordeaux und die Gironde: Hitzewelle verschärft Lage
In der Gironde nahe Bordeaux sind bereits über 2000 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Brände zerstörten Teile des berühmten Weinbaugebiets. Laut der französischen Feuerwehrbehörde wurden bislang 12.000 Menschen in Sicherheit gebracht. In einigen Ortschaften im Département Gironde musste der Strom abgeschaltet werden, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Bürgermeister Jean Dupont von Hostens erklärte: „Wir erleben die schlimmste Feuersaison seit Jahrzehnten. Die nächste Hitzewelle ab Mittwoch könnte alles noch verschlimmern.“
Hitzewelle ab Mittwoch: Meteorologen warnen
Der spanische Wetterdienst AEMET und Météo France haben für Mittwoch Temperaturen bis zu 44 Grad Celsius vorhergesagt. Die Kombination aus extremer Hitze und niedriger Luftfeuchtigkeit begünstigt die Entstehung neuer Brandherde. In beiden Ländern gilt die höchste Waldbrandwarnstufe. Die EU hat über den Katastrophenschutzmechanismus Löschflugzeuge und Spezialkräfte entsandt.
Internationale Hilfe und Kritik an Prävention
Neben EU-Unterstützung haben auch Nachbarländer wie Portugal und Italien Hilfe angeboten. In Spanien wird Kritik an den Kürzungen im Brandschutzhaushalt laut. Umweltverbände fordern mehr Investitionen in Prävention und bessere Ausrüstung für die Feuerwehr. Die spanische Umweltministerin Teresa Ribera betonte jedoch: „Die Mittel wurden aufgestockt, aber die extreme Wetterlage stellt uns alle vor eine Zerreißprobe.“ Auch in Frankreich wird über die Folgen des Klimawandels diskutiert.



