Die anhaltende Hitzeperiode in Hessen setzt den Fischen in den Angelteichen massiv zu. Nach Angaben des Landesverbandes Hessischer Anglern drohen aufgrund der hohen Wassertemperaturen vermehrt Fischsterben. Der Verband appelliert an die Gewässerbesitzer, jetzt gezielt Maßnahmen zu ergreifen, um die Tiere zu schützen.
Wassertemperaturen erreichen kritische Werte
In vielen flachen und stehenden Gewässern in Hessen haben die Wassertemperaturen inzwischen Werte von über 25 Grad Celsius erreicht. Das berichtet der Landesverband Hessischer Anglern auf seiner Website. Bei solchen Temperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser deutlich ab, während der Stoffwechsel der Fische gleichzeitig ansteigt. Dies führt zu einem akuten Sauerstoffmangel, der für die Tiere lebensbedrohlich werden kann.
Besonders betroffen sind demnach kleinere Teiche und Weiher, die nur über wenig Wasseraustausch verfügen. In diesen Gewässern kann die Sauerstoffkonzentration innerhalb weniger Tage auf kritische Werte fallen. Der Verband weist darauf hin, dass vor allem ältere und größere Fische sowie Jungfische besonders anfällig für die Folgen der Hitze sind.
Verband fordert sofortiges Handeln
Der Landesverband Hessischer Anglern ruft alle Gewässerbesitzer und Angelvereine dazu auf, die Sauerstoffversorgung ihrer Teiche zu überprüfen und bei Bedarf technische Hilfsmittel wie Belüftungspumpen oder Springbrunnen einzusetzen. „Jetzt ist schnelles Handeln gefragt, um ein großes Fischsterben zu verhindern“, sagt ein Sprecher des Verbandes. Diese Maßnahmen könnten die Sauerstoffkonzentration im Wasser wieder erhöhen und den Fischen das Überleben erleichtern.
Zudem empfehlen die Experten, die Fütterung der Fische vorübergehend einzustellen oder zu reduzieren. Denn bei hohen Temperaturen verdauen die Tiere weniger und unverbrauchtes Futter belastet das Wasser zusätzlich, da es beim Abbau Sauerstoff verbraucht. Auch das Entfernen von Wasserpflanzen, die in der Nacht Sauerstoff zehren, kann laut Verband helfen, die Situation zu entspannen.
Langfristige Anpassungen nötig
Der Verband weist darauf hin, dass die zunehmenden Hitzewellen eine langfristige Anpassung der Gewässerbewirtschaftung erfordern. Dazu gehören unter anderem die Anlage von Schatten spendenden Uferbepflanzungen sowie die Schaffung tieferer Bereiche, die als Rückzugsorte für Fische dienen können. Auch der Bau von Überläufen und die Vernetzung mit kühleren Zuflüssen werden als sinnvolle Maßnahmen genannt.
In den vergangenen Jahren habe es bereits mehrfach Hitzeperioden gegeben, die zu erhöhten Fischsterben geführt hätten, so der Verband. Die aktuelle Wetterlage mit Temperaturen von teils über 30 Grad Celsius und ausbleibenden Regenfällen verschärfe die Lage jedoch weiter. Die Prognosen der Meteorologen lassen für die kommenden Tage keine deutliche Abkühlung erwarten.
Angler in der Pflicht
Der Landesverband appelliert an alle Angler, die Entwicklung in ihren Gewässern genau zu beobachten und verdächtige Anzeichen wie Fische, die an der Oberfläche nach Luft schnappen, sofort zu melden. In akuten Notfällen könne auch die Feuerwehr oder der zuständige Fischereiaufseher hinzugezogen werden. Nur durch gemeinsames Handeln lasse sich das diesjährige Fischsterben in Grenzen halten, betont der Sprecher.
Bereits im vergangenen Jahr hatten Hitzewellen in Hessen zu erheblichen Problemen in Angelteichen geführt. Der Verband dokumentiert die Vorfälle und nutzt sie für die Entwicklung von Leitfäden zur Gewässerpflege. Diese sollen den Besitzern helfen, ihre Teiche künftig besser gegen Extremwetter zu wappnen.



