Drei Tage vor dem WM-Finale im „New York New Jersey Stadium“ ist der gesamte Bundesstaat New York, einschließlich New York City, sowie Teile von New Jersey in dichten Rauch gehüllt. Die Behörden haben Warnungen vor sehr schlechter Luftqualität aufgrund des Rauchs von mehr als 100 Waldbränden in Kanada erlassen. Die Sicht auf die Skyline von Manhattan ist durch den rötlich schimmernden Rauch beeinträchtigt.
Luftqualität auf gefährlichem Niveau
Es wird „im ganzen Bundesstaat zu sichtbarem Rauch und dunstigem Himmel sowie zu Spitzenwerten bei der rauchbedingten Umweltverschmutzung kommen“, hieß es von den Behörden. Feinstaubbelastung durch Waldbrandrauch könne Kurzatmigkeit, Husten, Schwindel oder Müdigkeit verursachen und Herz- und Lungenerkrankungen sowie andere chronische Gesundheitsprobleme verschlimmern. US-Experten raten der Bevölkerung, Aktivitäten im Freien einzuschränken oder ganz zu vermeiden, beim Aufenthalt im Freien eine Atem-Maske zu tragen und die Raumluft durch geschlossene Fenster und den Betrieb eines Luftreinigers oder einer Klimaanlage sauberer zu halten.
Toronto verzeichnet schlechteste Luftqualität
Auch die kanadische Metropole Toronto leidet unter den Folgen der Brände. Am Mittwoch verzeichnete die Stadt die „schlechteste Stufe der Luftqualität“. Rauchschwaden aus dem Nordwesten der Provinz Ontario zogen über die Stadt und weiter in den Nordosten der USA, wo sie den Himmel verdunkelten. Die kanadische Umweltbehörde stufte den Index für die Luftqualität in Toronto mit 10+ als „sehr hohes Risiko“ ein. Das Schweizer Technologieunternehmen IQAir setzte Toronto auf den ersten Platz seiner globalen Rangliste der Städte mit der schlechtesten Luft, noch vor Kinshasa und Delhi.
WM-Fanfest in Toronto abgesagt
Die Stadt Toronto sagte wegen der schlechten Luft das FIFA-Fanfest und eine Veranstaltung zum Public Viewing des WM-Spiels England gegen Argentinien ab. Den Vorhersagen zufolge könnten die gefährlichen Bedingungen bis Donnerstag anhalten.
1,9 Millionen Hektar Wald verbrannt
Die Waldbrände selbst wüten in dünn besiedelten Gebieten Hunderte Kilometer von Toronto entfernt und stellen keine direkte Bedrohung für die Städte dar. Nach Angaben der Regierung brannten am Mittwoch landesweit rund 835 Feuer, von denen 112 als „außer Kontrolle“ galten. Bislang ist eine Fläche von 1,9 Millionen Hektar verbrannt – etwas kleiner als das Bundesland Rheinland-Pfalz (19.853 km²).
Experten warnen vor zunehmenden Ereignissen
Experten gehen davon aus, dass solche Ereignisse aufgrund des Klimawandels häufiger auftreten werden. „Ich erwarte, dass dies in den kommenden Jahrzehnten häufiger vorkommen wird, daher müssen sich Städte und Einwohner in Zukunft darauf einstellen“, sagte Greg Evans, Professor an der Universität von Toronto.



