Katar blockiert VW-Deal mit Israel – Bund greift ein
Im Streit um eine geplante Kooperation zwischen Volkswagen und dem israelischen Rüstungskonzern Rafael schaltet sich nun die Bundesregierung ein. Der katarische Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA), drittgrößter Aktionär von VW, hat sein Veto gegen das Projekt eingelegt, das die Produktion von Komponenten des Iron-Dome-Abwehrsystems im VW-Werk Osnabrück vorsieht. Dadurch sind nach Informationen von BILD über 2000 Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet.
Hintergrund des Vetos
Die QIA hält 17 Prozent der Stimmrechte und 10,4 Prozent des Aktienkapitals von Volkswagen. Katar steht seit Jahren in der Kritik, weil es als einer der wichtigsten Geldgeber der Hamas-Terroristen gilt, die Israel immer wieder angreifen. Das Veto der Scheichs blockiert nun ein Abkommen, das die Fertigung von Tamir-Abfangraketen in Osnabrück vorsieht.
Jürgen Hardt (63), außenpolitischer Sprecher der Union im Bundestag, sagte zu BILD: „Alle Gesprächskanäle nach Israel und Katar müssen genutzt werden, um den katarischen Staatsfonds von seinem Veto abzubringen und Israel von dem Produktionsstandort Osnabrück zu überzeugen.“ Hardt, der als außenpolitischer Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz gilt, betonte, die Produktion in Osnabrück wäre nicht nur ein Erfolg für die VW-Beschäftigten, sondern könnte auch die Beziehungen zwischen Israel und Katar verbessern.
Reaktionen aus der Politik
Andreas Lenz (45, CSU), wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, äußerte Unverständnis: „Man sollte auf einer Sachebene versuchen, das Projekt weiterzuverfolgen.“ Er kenne keine Fälle in Deutschland, bei denen staatliche Beteiligungen deutsche Firmen an der Vertragstreue gehindert hätten. „Es ist bedauerlich, dass dies hier wohl ein Grund ist, warum eine Kooperation nicht zustande kommt“, so Lenz.
Im Bundeswirtschaftsministerium und im Auswärtigen Amt laufen nach BILD-Informationen intensive Gespräche, um die Investoren umzustimmen. Sowohl bei Volkswagen als auch bei Rafael gibt es wieder Hoffnung, dass der Deal doch zustande kommt und die Arbeitsplätze gerettet werden. Rafael plant eigentlich die Einrichtung einer Produktionslinie in Indien, doch politischer Druck soll nun das Projekt in Deutschland voranbringen.



