Vor der Ostseeküste Schleswig-Holsteins ist erneut ein großer Wal gesichtet worden. Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund bestätigte am Donnerstag, dass zwischen 12 und 14 Uhr zwei Meldungen über eine Walsichtung vor Heiligenhafen eingingen. Die Sichtung weckt Erinnerungen an den Buckelwal „Timmy“, der im Frühjahr 2026 mehrfach in der Ostsee strandete und schließlich tot aufgefunden wurde.
Schlechtes Bildmaterial erschwert Identifikation
Eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums erklärte, das vorliegende Bild- und Videomaterial sei qualitativ leider so schlecht, dass eine genaue Identifizierung nicht möglich sei. „Die Größe und das allgemeine Erscheinungsbild deuten jedoch darauf hin, dass es sich um den Buckelwal handelt, der sich in den letzten Wochen vor Dänemark aufhielt“, sagte die Sprecherin. Der Wal war zuvor mehrfach vor der dänischen Ostseeküste aufgetaucht, unter anderem vor Aarhus sowie zwischen Jütland und der Insel Fünen.
Krankheitsverdacht und Verhaltensauffälligkeiten
Experten der dänischen Umweltbehörde haben bereits Bedenken geäußert. Laut ihren Beobachtungen deuten Aussehen und Verhalten des Tieres darauf hin, dass es krank ist. Die Behörde mahnte daher eindringlich dazu, Abstand zu dem Wal zu halten, um weitere Belastungen zu vermeiden. Zuletzt hatte sich der Wal der deutschen Ostseeküste genähert, was die Sichtung vor Heiligenhafen erklären könnte.
Erinnerung an das „Timmy“-Drama
Die aktuelle Sichtung weckt unweigerlich Erinnerungen an das Schicksal des Buckelwals „Timmy“. Dieser war im Frühjahr 2026 zunächst vor Timmendorfer Strand und später vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern wochenlang gestrandet. Nach einer aufwendigen Rettungsaktion und Freisetzung vor der Küste Dänemarks wurde er Mitte Mai tot vor der dänischen Insel Anholt gefunden. Fachleute hatten damals vor der Rettungsaktion gewarnt und sie als Tierquälerei kritisiert, da der Wal offenbar bereits schwer krank war.
Was bedeutet die Sichtung für den neuen Wal?
Ob es sich bei dem aktuell gesichteten Wal um dasselbe Tier handelt, das zuvor vor Dänemark beobachtet wurde, oder um ein neues Individuum, ist noch unklar. Das Deutsche Meeresmuseum arbeitet mit dänischen Behörden zusammen, um weitere Informationen zu sammeln. Sollte es sich um den kranken Buckelwal handeln, droht ihm möglicherweise ein ähnliches Schicksal wie „Timmy“. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, Sichtungen zu melden und dem Tier auf keinen Fall zu nahe zu kommen.



