Die Generalstaatsanwaltschaft München hat einen 37-jährigen Mann aus Moldau festnehmen lassen, der im Verdacht steht, mit einer Drohne ein deutsches Rüstungsunternehmen ausspioniert zu haben. Der Beschuldigte befindet sich seit Mittwochabend in Untersuchungshaft. Die Drohne war laut Polizei und Staatsanwaltschaft am Abend im Bereich des Firmengeländes gesichtet worden. Nach Bürgerhinweisen konnten Beamte den mutmaßlichen Piloten noch in der Nähe des Tatorts fassen. Welches Unternehmen betroffen ist, wollte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde nicht preisgeben.
Vorwurf der geplanten Weitergabe an ausländische Stellen
Dem Moldauer wird vorgeworfen, die Drohne gezielt über die Rüstungsfirma gesteuert zu haben, um sicherheitsrelevante Aufnahmen im Zusammenhang mit der Landesverteidigung anzufertigen. Die Generalstaatsanwaltschaft München erklärte, der Mann habe das Material „an eine ausländische Stelle oder verbotene Vereinigung“ weitergeben wollen. Die Ermittlungen dauern an, weitere Details wurden mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht genannt.
Hintergrund und Sicherheitslage
Der Fall reiht sich in eine Serie von Spionageverdachtsfällen ein, die in Deutschland zunehmend für Aufsehen sorgen. Erst kürzlich berichtete der SPIEGEL über die Nutzung der Überwachungssoftware Pegasus durch Marokko und über erweiterte Befugnisse für den BND. Auch ein Urteil in Wien machte Schlagzeilen, wonach ein Österreicher heimlich für Russland spioniert haben soll. Die Festnahme in Bayern unterstreicht die wachsende Bedrohung durch ausländische Nachrichtendienste und die Bedeutung von Sicherheitsvorkehrungen bei Rüstungsunternehmen.



