Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage haben Einsatzkräfte auf dem ehemaligen Militärgelände in Jüterbog mit einem Feuer kämpfen müssen. Am Montagmorgen kam die Entwarnung: Dank des Regens ist der Brand erloschen. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte: „Der Brand ist beendet." Zuvor hatten rund 250 Hektar des Geländes in Flammen gestanden.
Bereits am vergangenen Wochenende hatte es auf dem Areal gebrannt. Ein Waldstück von etwa acht Hektar war damals betroffen. Die Ausdehnung wurde mit einer Drohne erfasst und das Feuer gelöscht. Doch schon Tage später folgte der nächste Einsatz – und das zweite Feuer war deutlich größer. Schon beim ersten Brand half die Drohne den Einsatzkräften, die Lage aus der Luft zu beurteilen und die Löscharbeiten zu koordinieren.
Feuer breitete sich rasant aus
Die Sprecherin der Feuerwehr hatte die Entwicklung zuvor als außergewöhnlich beschrieben. „Das Feuer ist mit einem Schlag da gewesen“, sagte sie. Binnen kürzester Zeit habe sich der Brand über eine Fläche von rund 250 Hektar ausgebreitet. Die Gründe dafür liegen in der anhaltenden Trockenheit und dem leichten Sandboden, der die Flammen immer wieder neu anfachte. Auch die ausgedehnten Kiefernwälder trugen dazu bei, dass das Feuer schnell Übergriffe auf benachbarte Gebiete fand.
Für die Feuerwehr war der Einsatz eine logistische Herausforderung. Das Gelände liegt weitgehend abgeschieden, und die Zufahrtswege sind begrenzt. Hinzu kommt, dass die Einsatzkräfte wegen der Belastung mit Munition im Boden nicht in alle Bereiche vordringen können. Seit jeher ist das ein Problem bei Bränden auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz. Die Sicherheitsabstände, die dabei eingehalten werden müssen, machen eine effektive Bekämpfung oft unmöglich.
Wiederkehrendes Problem auf dem Truppenübungsplatz
Auf dem Gelände bei Jüterbog im Südwesten Brandenburgs ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Bränden gekommen. Die Ursache liegt in der militärischen Vergangenheit: Über Jahrzehnte wurde das Areal als Übungsplatz genutzt, bis heute liegen Munitionsreste im Boden. Dadurch können sich Feuer besonders leicht ausbreiten, während die Löscharbeiten nur eingeschränkt möglich sind. In manchen Bereichen müssen die Feuerwehrleute sogar auf den Einsatz von Wasser aus der Luft verzichten, weil die Gefahr von Explosionen zu groß wäre.
Die Feuerwehr musste daher schon in der Vergangenheit oft stundenlang gegen Flammen kämpfen. Auch diesmal blieb ein großer Schaden nicht aus: Rund 250 Hektar sind nun verbrannt. Die Auswirkungen auf die Natur sind erheblich, auch wenn sich solche Flächen oft regenerieren. Doch die Belastung des Bodens durch Munition macht eine Wiederaufforstung kompliziert – möglicherweise müssen einzelne Flächen dauerhaft sich selbst überlassen werden.
Brandenburg: Ein Land mit hoher Waldbrandgefahr
Der Brand in Jüterbog reiht sich ein in eine Serie von Waldbränden, die Brandenburg in diesem Jahr erlebt. Das Land gilt bundesweit als Waldbrand-Hotspot. Vor allem die ausgedehnten Kiefernwälder, der geringe Niederschlag und die leichten Sandböden sorgen dafür, dass sich Feuer rasch ausbreiten können. In den Sommermonaten steigt die Gefahr zusätzlich, insbesondere nach langen Trockenperioden. Die Behörden appellieren deshalb regelmäßig an die Bevölkerung, in Wäldern besondere Vorsicht walten zu lassen.
Auch wenn der Regen nun das Feuer gelöscht hat, bleibt die Situation angespannt. Die Feuerwehr will die abgebrannten Flächen in den kommenden Tagen weiter beobachten. Glutnester könnten wieder aufflammen, falls der Wind auffrischt. Zudem wird die Brandursache ermittelt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Sollte sich herausstellen, dass das Feuer fahrlässig oder vorsätzlich verursacht wurde, drohen den Verantwortlichen empfindliche Strafen.
Die Nachricht vom Löschen des Feuers sorgte bei Anwohnern und Einsatzkräften für Erleichterung. Viele hatten Sorge, dass sich die Flammen weiter in Richtung Ortschaften ausbreiten könnten. Der Regen hat diese Sorge nun vorerst zerstreut. Doch die Erfahrung der vergangenen Tage zeigt: In Brandenburg ist die Gefahr von Waldbränden nicht nur eine Jahreszeiten-Erscheinung, sondern eine ständige Begleiterin – eine Lehre, die auch Jüterbog auf schmerzhafte Weise gezogen hat.



