Forschungsprojekt: Schlösserparks besser vor Klimawandel schützen
Schlösserparks: Forschungsprojekt zum Klimaschutz

Etwa 80 Prozent des Baumbestands im Park Sanssouci sind durch Dürre, Hitze und Stürme geschädigt. Der Klimawandel werde die Pflegekosten für die Parks um etwa ein Drittel erhöhen, hatte Christoph Martin Vogtherr, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG), im vergangenen Jahr gesagt. Nun startet ein Forschungsprojekt, das historische Gärten besser vor den Folgen des Klimawandels schützen soll.

Integrales Parkmanagementsystem bis 2028

Mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen (AGDS) beginnt die SPSG ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördertes Forschungsprojekt zum Denkmalschutz im Klimawandel. Bis 2028 sollen bisherige Erkenntnisse zu einem integralen Parkmanagementsystem zusammengeführt werden. „Ziel ist es, Parkverwaltungen dabei zu unterstützen, nachhaltige Pflegestrategien für historische Gärten zu entwickeln, in denen natürliche Kreisläufe systematisch in die Pflegepraxis einbezogen und ökologische Prozesse noch stärker gefördert werden“, heißt es in einer Ankündigung.

Das neue Forschungsprojekt baut auf einem erfolgreichen Vorprojekt der Fachgruppe Gärten der AGDS auf. Von 2022 bis 2024 wurden mehr als 80 Maßnahmen zur Klimaanpassung historischer Gärten systematisch erfasst, dokumentiert und digital öffentlich zugänglich gemacht. Gleichzeitig wurde die fachliche Vernetzung vorangetrieben.

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Auftakt mit Kolloquium und öffentlichem Vortrag

Das Forschungsprojekt startet kommende Woche mit einem zweitägigen Kolloquium in Potsdam. Dazu treffen sich Gartendirektoren der Parkverwaltungen mit Experten aus Wissenschaft und Praxis. Sie wollen die im Vorprojekt erfassten Klimaanpassungsmaßnahmen bewerten und die Maßnahmen auswählen, die im weiteren Projektverlauf vertiefend untersucht und zu einem integralen Parkmanagementsystem weiterentwickelt werden.

Zum Auftakt wird am 12. August zu einem öffentlichen Vortragsabend eingeladen. Ab 17 Uhr spricht Andreas Roloff von der TU Dresden im Kavalierflügel des Schlosses Glienicke über den „Erhalt von Altbäumen in Zeiten des Klimawandels“. Anschließend berichtet Sven Hannemann, Fachbereichsleiter im Park Sanssouci, über die neue Baumschule am Ruinenberg.

Baumschule am Ruinenberg: Eigener Nachwuchs seit 1945

Die Baumschule wurde im Frühjahr mit Unterstützung des Freundeskreises der SPSG eröffnet. Damit züchtet die Schlösserstiftung erstmals seit 1945 wieder eigenen Baumnachwuchs. Die Gärtner hoffen, dass die hier wachsenden Setzlinge sich besser an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen.

Die Initiative ist Teil eines umfassenderen Ansatzes, historische Gärten als Kulturerbe zu bewahren und gleichzeitig den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Die Kombination aus wissenschaftlicher Forschung, praktischer Umsetzung und öffentlicher Beteiligung soll langfristig tragfähige Lösungen für die Pflege dieser einzigartigen Anlagen bieten.

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