Storchennester in Bayern: Wo die Horste sind und Nachwuchs gibt
Storchennester in Bayern: Horste, Nachwuchs, Überwinterung

Der Weißstorch ist in Bayern ein gern gesehener Gast, und seine Nester prägen vielerorts das Landschaftsbild. Aktuell brüten im Freistaat mehr als 2.000 Storchenpaare – ein Rekordwert, der auch auf Schutzbemühungen und ein reiches Nahrungsangebot zurückzuführen ist. Doch die Verteilung der Horste ist ungleich: Während einige Regionen geradezu von Störchen bevölkert sind, bleiben andere nahezu leer.

Wo die meisten Horste zu finden sind

Die höchste Dichte an Storchennestern verzeichnet Unterfranken. Allein rund um die Mainschleife und im Steigerwald finden sich Dutzende besetzte Horste. Auch in Mittelfranken, insbesondere im Aischgrund und im Rangau, sind die Weißstörche stark vertreten. In Oberbayern konzentrieren sich die Nester vor allem auf das Dachauer Moos und das Erdinger Moos, wo Feuchtwiesen und extensiv genutzte Flächen ideale Nahrungsbedingungen bieten.

Die bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) kartiert die Horste regelmäßig und meldet, dass im Jahr 2023 rund 2.300 Brutpaare gezählt wurden – ein Anstieg von etwa zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahl basiert auf den Erhebungen von ehrenamtlichen Storchenbetreuern, die jedes Jahr die Nester kontrollieren.

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Nachwuchs: So viele Jungvögel fliegen aus

Der Bruterfolg ist regional unterschiedlich. Im Schnitt zieht jedes Paar etwa zwei Jungvögel groß. In guten Jahren, wie 2023, waren es bayernweit rund 4.500 ausgeflogene Jungstörche. Besonders erfolgreich sind die Paare in Unterfranken, wo oft drei bis vier Jungtiere pro Nest flügge werden. In Südbayern hingegen fällt der Bruterfolg geringer aus, da hier die Witterung häufiger wechselt und die Nahrungssuche schwieriger ist.

Der LBV weist darauf hin, dass der Klimawandel den Störchen neue Chancen eröffnet: „Die Störche profitieren von milden Wintern und trockenen Sommern, die die Insekten- und Kleintierdichte erhöhen“, erklärt ein Sprecher. Dennoch bleiben die Jungvögel auf die Unterstützung der Eltern angewiesen, die sie bis zu zwei Monate nach dem Ausfliegen betreuen.

Überwinterung: Immer mehr Störche bleiben in Bayern

Früher zogen fast alle bayerischen Störche nach Afrika, doch heute überwintern zunehmend Tiere in der Region. Schätzungen zufolge bleiben inzwischen rund 1.500 Störche im Freistaat, vor allem in den milden Lagen entlang der Flüsse und in der Nähe von Mülldeponien, wo sie auch im Winter Nahrung finden. Diese Entwicklung wird durch den Klimawandel begünstigt, da die Winter immer milder werden.

Der LBV betont, dass die Überwinterung riskant ist: „Wer hierbleibt, muss mit Frost und Schnee klarkommen. Viele verhungern oder erfrieren in strengen Wintern“, sagt ein Fachmann. Deshalb appelliert der Verband an die Bevölkerung, Futterstellen einzurichten und Gewässer eisfrei zu halten, um den Tieren zu helfen.

Schutzmaßnahmen und Nisthilfen

Um den Bestand zu sichern, werden in Bayern zahlreiche Nisthilfen errichtet. Auf Masten, Dächern und sogar auf eigens aufgestellten Plattformen bieten sich den Störchen Brutplätze an. Der LBV koordiniert diese Aktionen und stellt Bauanleitungen bereit. Zudem werden Feuchtgebiete renaturiert und extensive Wiesen gefördert, um das Nahrungsangebot zu verbessern.

Die Erfolge sind sichtbar: In den letzten zehn Jahren hat sich der Bestand nahezu verdoppelt. „Das zeigt, dass gezielter Naturschutz wirkt“, so der LBV-Sprecher. Allerdings mahnt er auch, dass die Landwirtschaft weiterhin umweltfreundlicher werden müsse, um langfristig gute Bedingungen zu schaffen.

So können Bürger mithelfen

Wer Störche beobachten möchte, findet die meisten Nester in den genannten Regionen. Der LBV bietet auf seiner Website eine interaktive Karte an, auf der alle besetzten Horste verzeichnet sind. Zudem rufen die Naturschützer dazu auf, Sichtungen zu melden und sich als ehrenamtliche Storchenbetreuer zu engagieren.

„Jeder kann einen Beitrag leisten, indem er zum Beispiel Feuchtbiotope im Garten anlegt oder auf Pestizide verzichtet“, so der Experte. Auf diese Weise bleibt der Weißstorch auch in Zukunft ein fester Bestandteil der bayerischen Kulturlandschaft.

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