In Bayern brüten wieder Störche: Über 500 besetzte Horste wurden in dieser Saison gezählt, mit einem deutlichen Schwerpunkt in Franken. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) meldet einen Rekord-Nachwuchs, aber auch zunehmende Herausforderungen bei der Überwinterung.
Wo die Horste in Bayern stehen
Die meisten Storchennester befinden sich in den Regierungsbezirken Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken. Allein in Oberfranken sind es rund 200 besetzte Horste, gefolgt von Mittelfranken mit etwa 150 und Unterfranken mit etwa 120. In Südbayern sind die Bestände dünner, aber auch dort gibt es einzelne Brutpaare, etwa im Donauried oder an der Isar.
Der LBV führt seit Jahren eine genaue Kartierung der Horste durch. „Die Daten zeigen eine klare Konzentration im Norden Bayerns, wo die Landschaft ideal für Störche ist“, sagt LBV-Experte Markus Schmidt. „Feuchtwiesen und extensiv genutzte Flächen bieten ausreichend Nahrung.“
Rekord-Nachwuchs in dieser Saison
In diesem Jahr wurden bayernweit etwa 1.200 Jungstörche flügge – so viele wie nie zuvor. Das ist eine Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders erfreulich ist die Entwicklung in Oberfranken, wo allein 400 Jungvögel aufwuchsen.
Die Gründe für den Rekord liegen laut LBV in einem milden Frühjahr und einem guten Nahrungsangebot. „Die Wiesen waren voller Mäuse und Insekten, das kam den Störchen zugute“, erklärt Schmidt. Zudem haben viele Paare früher mit der Brut begonnen.
Überwinterung: Immer mehr Störche bleiben da
Ein neuer Trend: Immer mehr Störche überwintern in Bayern, statt nach Afrika zu ziehen. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Überwinterer verdoppelt. Aktuell bleiben etwa 300 Störche im Freistaat, vor allem in den milden Lagen Frankens.
Das birgt Risiken: Bei strengem Frost können die Tiere verhungern, da der Boden gefroren ist. Der LBV appelliert daher an die Bevölkerung, Futterstellen einzurichten. „Wer einen Garten hat, kann mit Fischresten oder Mäusen helfen“, sagt Schmidt. Allerdings sei dies nur eine Notlösung.
Hilfe für die Störche: So können Sie unterstützen
Der LBV bietet auf seiner Website eine interaktive Karte an, auf der alle Horste verzeichnet sind. Zudem ruft er dazu auf, besetzte Nester zu melden, um die Daten aktuell zu halten. Auch die Anbringung von Nisthilfen auf Hausdächern oder Masten wird gefördert.
„Jeder kann einen Beitrag leisten, sei es durch Nisthilfen oder durch den Schutz von Feuchtgebieten“, betont Schmidt. Der LBV berät kostenlos bei der Anbringung von Nisthilfen und informiert über Fördermöglichkeiten.



