Berlin testet RooterWave-Verfahren: Strom gegen Japanischen Staudenknöterich
Strom gegen invasive Pflanzen: Berlin testet RooterWave

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg testet ab Juli 2026 eine neuartige Methode zur Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs: das RooterWave-Verfahren. Dabei werden hochfrequente Stromimpulse gezielt in die Pflanze geleitet, um sie von innen heraus abzutöten. Der Versuch findet am Wilhelmsteich im Lehnepark in Tempelhof statt und soll bis August 2026 dauern.

So funktioniert die Strom-Methode

Beim RooterWave-Verfahren fließt der Strom durch den Pflanzenstängel bis tief in das weitverzweigte Wurzelsystem. Im Inneren der Pflanze wird die elektrische Energie in Wärme umgewandelt, wodurch das Wasser in den Zellen verdampft und die Zellstrukturen zerstört werden. Die Pflanze stirbt daraufhin innerhalb von zwei bis drei Wochen vollständig ab. „Diese Liegezeit ist notwendig, um den vollständigen Zersetzungs- und Absterbeprozess bis in die letzten Wurzelspitzen sicherzustellen. Erst nach Ablauf dieser Frist wird das braune Pflanzenmaterial weggeräumt und fachgerecht entsorgt“, erklärte das Bezirksamt in einer Mitteilung.

Vorteil: Keine Chemie nötig

Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens ist der vollständige Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel (Herbizide). Der Japanische Staudenknöterich gilt als hochinvasive Art, die sich rasant ausbreitet und heimische Pflanzen verdrängt. Besonders an Gewässern wie dem Wilhelmsteich gefährdet er das ökologische Gleichgewicht. „Um das ökologische Gleichgewicht am Wilhelmsteich wiederherzustellen und dauerhaft zu schützen, zu erhalten und weiterzuentwickeln, setzen wir auf diese innovative Methode“, so das Bezirksamt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Hintergrund: Japanischer Staudenknöterich in Berlin

Der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica) ist eine invasive Pflanzenart, die ursprünglich aus Ostasien stammt. In Berlin fühlt sie sich besonders wohl und breitet sich rasant aus – auch im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Die Pflanze wächst extrem schnell und kann bis zu drei Meter hoch werden. Ihr dichtes Wurzelsystem schädigt nicht nur die heimische Flora, sondern auch Infrastruktur wie Wege und Uferbefestigungen.

Das Bezirksamt betont, dass die Bekämpfung mit herkömmlichen Methoden oft schwierig und langwierig ist. Das RooterWave-Verfahren biete eine umweltschonende Alternative, da es gezielt und ohne Chemikalien wirke. Sollte der Test erfolgreich verlaufen, könnte die Methode auch an anderen Standorten in Berlin eingesetzt werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration