Der Erfolg des Aperol Spritz ruft immer mehr Nachahmer auf den Plan. Mit einer Werbekampagne und einem Treueprogramm geht der italienische Likörhersteller Campari nun gegen die Billig-Konkurrenz vor. Der leuchtend orange Spritz gehört seit Jahren zu den beliebtesten Sommergetränken, doch nicht immer steckt der Original-Aperol aus dem Hause Campari im Glas.
Nachahmer-Produkte auf dem Vormarsch
„Seit 2023 schenken einige Bars und Restaurants – häufig vom Fass – orangefarbene Spritz-Getränke aus, die nicht mit Aperol zubereitet werden“, sagte Andrea Neri, Geschäftsführer der Aperitif-Sparte von Campari, der Nachrichtenagentur Reuters. Viele Verbraucher gingen jedoch davon aus, das Original zu trinken. Vor allem im Heimatmarkt Italien, wo der Wettbewerb besonders groß ist, reagiert Campari nun.
Eigener Fass-Spritz und Kommunikationskampagne
In den vergangenen Monaten brachte das Unternehmen einen eigenen, fertig gemischten Aperol Spritz in Fässern auf den Markt und startete eine Kommunikationskampagne. Darin betont der Konzern, dass nicht jedes orangefarbene Spritz-Getränk ein echter Aperol Spritz ist. Zudem zertifiziert Campari mit einem Treueprogramm Bars und Restaurants, die den Original-Likör ausschenken. In Italien nehmen bereits 2000 Betriebe teil.
Aperol bleibt wichtigste Umsatzquelle
Die Marke Aperol ist Camparis wichtigster Umsatzbringer und macht rund 26 Prozent des Konzernumsatzes aus. Die starken Verkaufszahlen trugen dazu bei, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr trotz der schwächeren Nachfrage in der Branche stabil blieb. Die Rezeptur des mehr als hundert Jahre alten Bitterlikörs ist ein streng gehütetes Geheimnis.
Wettbewerb belebt das Geschäft
Der Erfolg des Aperol Spritz hat auch ähnliche Aperitifs beflügelt – etwa den Hugo Spritz. Davon profitiert unter anderem Bacardi mit dem Holunderblütenlikör St. Germain. Auch Campari baut sein Angebot aus und setzt neben Aperol auf weitere Aperitifs wie Sarti Rosa. Analysten bewerten die Konkurrenz jedoch gelassen. „Ich sehe Nachahmerprodukte derzeit nicht als Bedrohung“, sagte Theodore Duval-Segard, Analyst bei AlphaValue, gegenüber Reuters. „Campari hat den Spritz buchstäblich neu erfunden. Mittlerweile sind Aperol und Spritz fast untrennbar miteinander verbunden.“



