In Glückstadt im Kreis Steinburg hat ein mutmaßlicher Tornado am Sonntagabend massive Schäden angerichtet. Nach ersten Schätzungen wurden zwischen 40 und 50 Gebäude beschädigt, mehrere Dächer abgedeckt, Oberleitungen zerstört und Gartenhäuser aus ihrer Verankerung gerissen. Die Wetterseite „Tornadoliste.de“ stufte den Sturm als Tornado ein. Der Sachschaden dürfte nach Angaben der Behörden in die Millionen gehen. Verletzt wurde bei dem Wirbelsturm niemand, allerdings mussten einige Anwohner ihre Häuser vorübergehend verlassen.
Verwüstung im Kreis Steinburg
Der Wirbelsturm zog gegen 19 Uhr von der Elbe kommend durch die Stadt. Besonders betroffen waren die Kreise Steinburg und Pinneberg. In einem Industriegebiet knickte der starke Wind das Flachdach einer Halle um, in einer Reihenhaussiedlung zerbarsten mehrere Fensterscheiben. Die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk waren im Dauereinsatz, um die Schäden zu sichern und Straßen zu räumen. Der Deutsche Wetterdienst will sich am Montag dazu äußern, ob es sich tatsächlich um einen Tornado handelte.
Bahnverkehr beeinträchtigt
Die Folgen des Unwetters sind auch im Bahnverkehr spürbar. Auf der Strecke zwischen Itzehoe und Elmshorn knickte der Tornado einen Oberleitungsmast um, sodass die Verbindung riss. Reisende müssen bis zum Montagnachmittag mit Verspätungen und Teilausfällen rechnen. Die Bahn richtete einen Ersatzverkehr mit Bussen ein.
Unfälle auf der Autobahn
Fast zeitgleich kam es auf der A7 bei Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) zu zwei Unfällen. Aufgrund von Starkregen und Aquaplaning verlor ein Autofahrer in Richtung Süden die Kontrolle und prallte gegen die Leitplanke. In der Gegenrichtung stießen zwei Fahrzeuge zusammen. Insgesamt wurden fünf Menschen leicht verletzt. Die Richtungsfahrbahn Nord war kurzzeitig voll gesperrt, danach einspurig befahrbar. In Richtung Süden wurde der Verkehr über einen Rastplatz umgeleitet.
Die örtlichen Behörden warnen vor weiteren Unwettern in der Region. Der Tornado ist der erste bestätigte Wirbelsturm dieser Stärke in Schleswig-Holstein seit mehreren Jahren. Die Aufräumarbeiten werden voraussichtlich mehrere Tage dauern.



