Zum Auftakt der Sommerklausur der CSU-Landesgruppe im fränkischen Kloster Banz bei Bad Staffelstein hat Parteichef Markus Söder die technologische Führungsrolle Deutschlands als entscheidend für den Wohlstand bezeichnet. „Wenn es nicht gelingt, technologisch die Nummer 1 zu bleiben und eines der stärksten Länder der Welt, dann haben wir kaum eine Chance, ökonomisch so stark zu bleiben, wie es einmal war“, sagte Söder. Die zweitägige Veranstaltung, an der unter anderem der Astronaut Alexander Gerst, die Unternehmerin Bonita Grupp und Ungarns Außenministerin Anita Orban teilnehmen, soll am Dienstag mit einem Abschlusspapier enden, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Drohnenflotte auf über 100.000 Einheiten ausbauen
Die Bundeswehr soll nach den Vorstellungen der CSU ihre Drohnenflotte drastisch erweitern. Gefordert werden mehr als 100.000 Drohnen aller Größenordnungen. Ein zentraler Punkt ist die Weitergabe von Know-how: Die Ukraine soll durch ein Verteidigungsabkommen verpflichtet werden, ihre im Krieg gegen Russland erworbenen Fähigkeiten im Drohneneinsatz an Deutschland weiterzugeben. Die Ukraine habe nach dem russischen Angriff erhebliche Kompetenzen in der Drohnenabwehr und -nutzung aufgebaut, so das Papier.
Satellitenflotte für Sicherheit und Kommunikation
Nicht nur in der Luft, sondern auch im All will die CSU die Verteidigung stärken. „Sicherheitspolitik findet immer mehr auch im Orbit statt“, heißt es in dem Entwurf. Geplant ist der Aufbau einer Bundeswehr-Weltallflotte mit mehr als 1.000 Satelliten. Diese sollen für sichere Kommunikation, vernetzte Informationen, Aufklärung und ein hochpräzises Lagebild sorgen – etwa durch Radarsatelliten und Spezialkameras. Dadurch könne Deutschland die kollektive Verteidigung in NATO und EU maßgeblich stärken und Pionierarbeit bei der Absicherung des Weltraums leisten.
Weltraumlabore für Medikamentenproduktion
Die CSU will die Aktivitäten im Weltraum generell ausbauen, auch für zivile Zwecke. So sollen Labore zur Herstellung von Medikamenten im All entstehen. Die Schwerelosigkeit ermögliche eine bessere und wirksamere Produktion von Arzneimitteln, etwa gegen Krebserkrankungen. Der Zugang zu diesen Laboren müsse gesichert werden. Zudem fordert die CSU mehr eigene Trägerraketen und Startplätze, um Europa unabhängig von US-Unternehmen wie SpaceX zu machen. „Trägerraketen und Startplätze sind heute das Nadelöhr europäischer Souveränität“, so das Papier.
Künstliche Intelligenz und Mikrochips
Auch bei Künstlicher Intelligenz und der Herstellung von Mikrochips strebt Deutschland mehr Unabhängigkeit von den USA und anderen internationalen Lieferanten an. Um dies zu erreichen, wollen die 44 CSU-Bundestagsabgeordneten die Start-up-Szene fördern, mehr Wagniskapital für neue Unternehmer bereitstellen und die Unternehmensnachfolge im Mittelstand erleichtern.
Robotik gegen Fachkräftemangel
Zur Stärkung der Robotik-Industrie sollen weitere sogenannte Roboter-Gyms entstehen, in denen Roboter menschliche Fähigkeiten erlernen. Bis 2030 könnten über eine Million neue Roboter in Betrieb genommen werden, um Lücken zu schließen, die durch den Mangel an Fachkräften in verschiedenen Berufen entstehen – von der Industrie bis zur Pflege. Damit will die CSU den Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig sichern.



