Ein schwerer Tornado ist am Montag über den Nordosten des US-Bundesstaats Wisconsin hinweggezogen und hat erhebliche Verwüstungen hinterlassen. Nach Angaben der Behörden wurden bis zum Abend (Ortszeit) keine Todesopfer oder Verletzten gemeldet, doch die Rettungskräfte setzten ihre Suche in den betroffenen Gebieten fort. Mehr als 30.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom, und in vielen Städten wie Appleton und Menasha entstanden massive Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur.
Schäden im Winnebago County
Der Nationale Wetterdienst bestätigte, dass der Tornado im Winnebago County niederging, etwa 145 Kilometer nordwestlich von Milwaukee. Besonders betroffen waren die Städte Appleton und Menasha. Polizeichef Matt Albrecht erklärte, dass einige Häuser und Geschäfte „schwer in Mitleidenschaft gezogen“ worden seien. Videoaufnahmen zeigten eine Spur der Verwüstung: Häuser, von denen nur noch die Außenwände standen, umgestürzte Bäume und auf Straßen verstreute Trümmer. In einem Stadtteil von Menasha riss der Sturm Dächer ab und warf Fahrzeuge um.
Der Tornado entstand aus einem großen Sturmsystem, das über die Großen Seen zog. Meteorologe Scott Berschback vom Nationalen Wetterdienst führte die Entwicklung auf eine Ansammlung von Hitze und Feuchtigkeit zurück, die das Unwetter anheizte. Heftige Böen schleuderten Metallteile auf eine Autobahn, was zu Verkehrsbehinderungen führte.
Stromausfälle und Verkehrsprobleme
Die Behörden warnten, dass die Wiederherstellung der Stromversorgung in den betroffenen Gebieten mehrere Tage dauern könne. In Appleton fielen die Ampeln aus, und die Polizei berichtete in sozialen Medien von „mehreren umgestürzten Bäumen und großen Ästen in der ganzen Stadt“ sowie „starken Staus“ auf einigen Straßen. Bilder in sozialen Netzwerken zeigten zerstörte Dächer, ein auf einen Rasen geschleudertes Auto und mit Ästen übersäte Straßen.
Hilfsbereitschaft des Bundesstaats
Wisconsins Gouverneur Tony Evers sicherte den betroffenen Gemeinden Unterstützung zu: „Der Staat ist bereit, den Gemeinden auf jede erdenkliche Weise zu helfen“, erklärte er. Die Rettungsdienste sind im Einsatz, um die Aufräumarbeiten zu koordinieren und nach möglichen weiteren Opfern zu suchen. Die Lage bleibt angespannt, doch die bisherigen Meldungen über fehlende Todesfälle geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus.



