Die Trump-Regierung hat den Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten erneut aufgeweicht. Nur eine Woche nach der ersten Entschärfung des Artenschutzgesetzes kündigte Washington am Freitag an, zwei weitere Vorschriften zu lockern. Künftig sollen bei der Entscheidung über geschützte Lebensräume für bestimmte Arten wirtschaftliche Fragen und Überlegungen der nationalen Sicherheit stärker berücksichtigt werden. Zudem soll die Regel entfallen, dass die Bestimmungen des Gesetzes automatisch für alle als „gefährdet“ eingestuften Arten gelten.
Innenminister Burgum: Artenschutzgesetz wurde als Waffe missbraucht
Innenminister Doug Burgum begründete die weitere Aufweichung mit den Worten: „Das Artenschutzgesetz ist viel zu lange als Waffe eingesetzt worden, um fast jedes Projekt in Amerika zu blockieren – was die Kosten für Familien in die Höhe treibt, unsere Wettbewerbsfähigkeit schwächt und unsere nationale Sicherheit untergräbt.“ Die Regierung sehe sich daher gezwungen, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Aspekte stärker zu gewichten.
Umweltschützer: „Katastrophe für gefährdete Arten“
Naturschutzverbände reagierten empört. Noah Greenwald vom Center for Biological Diversity erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: „Dies ist schlicht eine Katastrophe für gefährdete Arten im ganzen Land.“ Die Entscheidung sei ein weiteres Beispiel dafür, wie die Trump-Regierung „vor der Industrie kuscht und den Schutz unserer Luft, unseres Wassers, unserer Tierwelt und unseres Klimas untergräbt“. Die Änderungen würden sich für gefährdete Pflanzen und Tiere als katastrophal erweisen.
Im Kern geht es um den Endangered Species Act (ESA) aus dem Jahr 1973, der den Schutz bedrohter und gefährdeter Arten regelt. Bereits vor einer Woche hatte die US-Regierung eine deutliche Aufweichung des Gesetzes beschlossen. Damals ging es um eine neue juristische Definition des Begriffs der „Schädigung“ von Tieren und Pflanzen und ihren Lebensräumen, wodurch die Schutzvorschriften weniger strikt wurden. Naturschützer zogen gegen diese Entscheidung umgehend vor Gericht. Dennoch beschloss die Regierung nun eine weitere Lockerung des Artenschutzes.



