Der Feuervulkan (Volcán de Fuego) in Guatemala ist am Dienstag in seine bislang intensivste Ausbruchsphase getreten. Eine gewaltige Säule aus Asche, Gasen und Lavafragmenten steigt bis zu fünf Kilometer in die Höhe, wie der nationale Katastrophenschutz Conred mitteilte. Für drei Verwaltungsbezirke wurde die höchste Alarmstufe Rot ausgerufen, erste Dörfer mussten evakuiert werden.
Über 1400 Menschen in Sicherheit gebracht
Mehr als 1400 Menschen seien bereits in Sicherheit gebracht worden, sagte die Leiterin von Conred, Claudinne Ogaldes. Anwohner suchten Schutz in Notunterkünften, der Schulunterricht wurde abgesagt. Laut einer Conred-Sprecherin sind rund 29.000 Menschen in verschiedenen Ortschaften betroffen – insbesondere durch den Ascheregen, der weite Gebiete bedeckt.
Die Aschewolken dehnen sich aktuell etwa 120 Kilometer in westlicher und nordwestlicher Richtung aus und könnten den Flugverkehr in den Verwaltungsbezirken Chimaltenango und Suchitepéquez beeinträchtigen. Die höchste Alarmstufe gilt für diese beiden Regionen sowie für Escuintla.
Pyroklastische Ströme und Sicherheitsmaßnahmen
Conred rief die Bevölkerung auf, sich weder dem Vulkan noch den Schluchten zu nähern, die sich an seiner südöstlichen Flanke befinden. Heiße Ströme aus Gas, Asche und Gesteinsbrocken, die sogenannten pyroklastischen Ströme, fließen die Hänge des Vulkans hinunter. Das Institut für Seismologie und Vulkanologie schrieb bei X, der Vulkan befinde sich derzeit in seiner „intensivsten Phase“. Vorsichtsmaßnahmen für Orte im Umkreis von zehn Kilometern sollten getroffen werden.
Die Behörden empfehlen der Bevölkerung, einen Notrufrucksack mit den wichtigsten Utensilien für 72 Stunden vorzubereiten, den Familienplan für Notfälle zu aktivieren und das Prinzip der Selbstevakuierung zu befolgen.
Touristen trotz Verbots am Vulkan
Medienberichten zufolge sollen sich Touristen trotz eines Aufstiegsverbots auf den nahe gelegenen Vulkan Acatenango begeben haben, um die Aktivität des Feuerbergs zu beobachten und Videos in sozialen Netzwerken zu posten. Der Zugang zum Vulkan wurde später gesperrt, um das Leben der Menschen zu schützen und Risikosituationen zu vermeiden, wie die Nationale Zivilpolizei mitteilte.
Der Feuervulkan: Einer der aktivsten Mittelamerikas
Der knapp 3800 Meter hohe Feuervulkan liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der seismisch aktivsten Zone der Erde, die Länder von Asien bis Lateinamerika umspannt. Er ist zudem einer der aktivsten Vulkane Mittelamerikas. Im vergangenen Jahr gab es zwei größere Ausbrüche. Bei einer heftigen Eruption im Jahr 2018 kamen rund 200 Menschen ums Leben.



