Waldbrand bei Bordeaux: Stabile Nacht, aber Gefahr durch Hitze und Wind bleibt
Waldbrand bei Bordeaux: Stabile Nacht, Gefahr bleibt

Die Lage rund um den verheerenden Waldbrand bei Bordeaux hat sich in der Nacht zum Montag stabilisiert. Wie die Präfektur des Departements Gironde mitteilte, „blieb die Lage insgesamt stabil“. Auch das Departement Landes südlich von Bordeaux meldete eine „eher ruhige Nacht“: Der dortige Brand habe sich nicht weiter ausgedehnt. Dennoch bleibt die Gefahr durch die bevorstehende Hitzewelle und auffrischenden Wind bestehen. Die Löscharbeiten könnten nach Einschätzung der Feuerwehr noch Wochen oder sogar Monate dauern.

Brandausdehnung und Evakuierungen

Seit dem Ausbruch des Feuers am Mittwoch sind mehr als 220.000 Menschen aus der Urlaubsregion an der Atlantikküste in Sicherheit gebracht worden. Unter den Evakuierten befinden sich auch zahlreiche Touristen. Die Flammen haben sich inzwischen auf bis zu 15 Kilometer der Großstadt Bordeaux genähert und rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Das entspricht etwa der Fläche von 60.000 Fußballfeldern.

Wetterentwicklung als kritischer Faktor

Die Behörden betonen, dass die weitere Wetterentwicklung entscheidend für die Brandbekämpfung sei. „Mit dem Aufkommen von Wind und Hitze könnte sich die Lage wieder verschärfen“, hieß es von der Präfektur. Der französische Wetterdienst Meteo-France hat für die kommenden Tage eine Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad Celsius angekündigt. Diese Wetterlage könnte die Trockenheit weiter verstärken und die Ausbreitung des Feuers begünstigen.

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Einschätzung der Feuerwehr: „Mehrere Wochen, sogar Monate“

Feuerwehroffizier David Annotel vom französischen Feuerwehrverband schätzte die Situation gegenüber dem Sender France Info ein: Der Großbrand könne noch „mehrere Wochen, ja sogar mehrere Monate andauern“, ehe er vollständig gelöscht ist. Er erklärte weiter: „Über viele Wochen und Monate hinweg müssen sich Feuerwehreinheiten aus ganz Frankreich zur Brandbekämpfung ablösen. Während an der einen Stelle ein Brand gelöscht wird, bricht an anderer Stelle ein neuer aus. Die bevorstehende Hitzewelle wird die Lage verschärfen und die Zahl der Einsätze erhöhen.“

Internationale Unterstützung und Auswirkungen

Die französischen Behörden haben Hilfe aus anderen EU-Staaten angefordert. Deutschland, Italien und Polen haben bereits Löschflugzeuge und Experten entsandt. Die Rauchsäule des Feuers ist weithin sichtbar und hat zeitweise den Flugverkehr in der Region beeinträchtigt. Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm: Weite Teile des für den Tourismus wichtigen Küstenstreifens sind betroffen, und die Landwirtschaft leidet unter den enormen Schäden an Wäldern und Böden.

Klimawandel als Brandbeschleuniger

Experten führen die Zunahme von Großbränden in Südeuropa auf den Klimawandel zurück. Laut dem Europäischen Waldbrandinformationssystem (EFFIS) sind in diesem Jahr bereits mehr als 100.000 Hektar in Frankreich verbrannt – ein Rekordwert. Die Kombination aus extremer Trockenheit, Hitzewellen und starken Winden schaffe ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Feuern. Die französische Regierung kündigte an, mehr Mittel für die Prävention und Bekämpfung von Waldbränden bereitzustellen.

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