Eine neue Hitzewelle rollt auf Thüringen zu – und mit ihr steigt die Waldbrandgefahr drastisch an. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für Mittwoch in der Hälfte der 28 Wetterstationen des Bundeslandes die zweithöchste Gefahrenstufe vier. Für Donnerstag wird die Lage noch kritischer: Dann gilt nur noch für vier Stationen die Stufe drei, für fast alle anderen Stufe vier. Für die Station Bad Lobenstein im Thüringer Schiefergebirge (Saale-Orla-Kreis) wird sogar die höchste Stufe fünf erwartet.
Trockenheit und extreme Temperaturen
Laut den Prognosen des DWD bleibt es an den beiden kommenden Tagen niederschlagsfrei. Die Temperaturen steigen am Mittwoch auf bis zu 34 Grad Celsius, am Donnerstag sogar auf bis zu 37 Grad. Der DWD spricht von einer zunehmenden Wärmebelastung. Die Kombination aus anhaltender Trockenheit, hohen Temperaturen und teils böigem Wind begünstigt die Entstehung von Waldbränden erheblich.
Bedeutung der Gefahrenstufen
Der Waldbrandgefahrenindex des DWD reicht von Stufe 1 (sehr geringe Gefahr) bis Stufe 5 (sehr hohe Gefahr). Stufe 4 bedeutet eine hohe Gefahr, bei der bereits Funkenflug oder Fahrlässigkeit ausreichen, um ein Feuer zu entfachen. Stufe 5 signalisiert eine sehr hohe Gefahr – dann ist das Betreten des Waldes vielerorts untersagt. Die Behörden können zudem Waldbrandwarnungen aussprechen und Kontrollen verschärfen.
Regionale Unterschiede
Während die südlichen und östlichen Landesteile Thüringens besonders betroffen sind, bleibt die Gefahr in den nordwestlichen Regionen etwas geringer, aber dennoch auf mittlerem Niveau (Stufe 3). Der Landkreis Saale-Orla-Kreis mit der Station Bad Lobenstein ist besonders gefährdet, da dort große zusammenhängende Nadelwaldflächen liegen, die aufgrund ihres Harzgehalts leicht entflammbar sind. Die Waldbrandsaison in Thüringen dauert in der Regel von März bis Oktober, doch Hitzewellen wie diese können die Gefahr jederzeit auf ein extremes Niveau treiben.
Maßnahmen der Behörden
Die zuständigen Forstämter und Feuerwehren bereiten sich auf einen möglichen Ernstfall vor. In Thüringen gibt es 16 Waldbrandschutzstützpunkte, die mit speziellen Löschfahrzeugen und -technik ausgestattet sind. Zudem wird der Einsatz von Löschhubschraubern koordiniert. Die Bevölkerung wird aufgerufen, in den Wäldern keinerlei Feuer zu entzünden, keine Zigaretten wegzuwerfen und die Warnhinweise zu beachten. „Jeder Funke kann unter diesen Bedingungen katastrophale Folgen haben“, warnt ein Sprecher des Thüringer Umweltministeriums.
Ausblick auf das Wochenende
Ob die Hitzewelle anhält, ist nach aktuellen Berechnungen unsicher. Einige Modelle deuten auf eine leichte Abkühlung am Freitag hin, jedoch bleiben die Niederschläge vorerst aus. Die Waldbrandgefahr wird daher vermutlich bis zum Wochenende auf hohem Niveau verharren. Für den Fall, dass sich die Lage weiter zuspitzt, können die Landkreise eigenständig Sperrungen von Waldgebieten verordnen. In den vergangenen Jahren hat es in Thüringen immer wieder Waldbrände gegeben, die durch solche Hitzewellen begünstigt wurden – etwa im Sommer 2022, als bei Saalfeld mehrere Hektar Wald brannten.



