Feuer bei Bordeaux außer Kontrolle
Im Südwesten Frankreichs kämpft die Feuerwehr weiterhin gegen eine beispiellose Feuersbrunst nahe Bordeaux. Bürgermeister Jerome Steffe aus Cestas beschrieb die Lage mit den Worten: „Das ist ein so großer Brand, wie man ihn noch nie gesehen hat.“ Tausende Menschen, darunter viele Touristen, wurden bereits in Sicherheit gebracht. Die Brände waren an der Atlantikküste ausgebrochen und werden durch extreme Trockenheit und Winde begünstigt. In Bordeaux werden erneut Temperaturen von bis zu 37 Grad erwartet. Insgesamt mussten in Frankreich rund 220.000 Menschen ihre Wohnorte verlassen.
Spanien: Erste Evakuierte kehren zurück
In der Nähe von Madrid zeichnen sich hingegen erste Erfolge ab. Ein Campingplatz in El Escorial, aus dem 4500 Menschen evakuiert worden waren, soll wieder öffnen. Auch Bewohner eines Seniorenheims in San Martín de Valdeiglesias dürfen zurückkehren. Die Behörden betonen jedoch, dass die Sicherheitsbedingungen erfüllt sein müssen. Das Feuer ist nach wie vor nicht unter Kontrolle. Insgesamt mussten in Spanien 75.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.
Innenminister Fernando Grande-Marlaska warnte vor verfrühtem Optimismus: „Die Lage bei den Bränden verbessert sich, aber nur langsam.“ Allein der Brand in der Provinz Ávila habe schätzungsweise 47.000 Hektar erfasst – eine Fläche von etwa 65.000 Fußballfeldern. Sollte sich dies bestätigen, wäre es der größte Waldbrand in der Geschichte Spaniens seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1968. Der bisherige Rekordhalter war das Feuer von Larouco im Jahr 2025 mit knapp 38.000 Hektar.
Ursache und weitere Brände
Der Brand in Ávila wurde vermutlich durch landwirtschaftliche Arbeiten ausgelöst. Ein Mann wurde festgenommen, der trotz eines Hitzewellen-Verbots schweres Gerät eingesetzt haben soll. Die Rettungskräfte der Region Madrid bezeichneten die Nacht zum Montag als „intensiv“ und rechneten mit Windböen bis 30 km/h, die die Löscharbeiten erschweren. Neben Ávila bereiten Brände in der Sierra Oeste und der Provinz Toledo Sorgen. Zusammen haben diese drei Feuer rund 77.000 Hektar Wald- und Buschland verwüstet. Die Zentralregierung rief den Notstand aus. Die Militärische Nothilfeeinheit (UME) meldete, dass alle Hauptfronten eingedämmt seien, obwohl mehrere Brandherde aktiv bleiben.
Die Gesamtzahl der von Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen Betroffenen in Madrid und Umgebung liegt bei rund 90.000. König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten am Sonntag eine Notunterkunft. In der Provinz Castellón lodert seit Samstag ein weiteres Feuer, das bereits 6500 Hektar zerstört hat und zur Evakuierung von 16.000 Menschen führte.



