Im Osten des US-Bundesstaates Washington haben die Behörden wegen mehrerer Waldbrände eine Evakuierung für Teile der Stadt Spokane angeordnet. Tausende Menschen sind aufgefordert, ihre Häuser unverzüglich zu verlassen. Die Warnung der Stufe drei besteht laut offizieller Evakuierungskarte wegen einer „akuten oder unmittelbar bevorstehenden Gefahr“. „Sie sollten den Ort unverzüglich verlassen“, heißt es dort wörtlich.
Evakuierungsstufe 3 in Spokane
Die Stadtverwaltung wies die Anwohner eindringlich darauf hin, nicht in die betroffenen Gebiete zurückzukehren. Feuerwehrleute und Einsatzkräfte sind weiterhin im Einsatz, um die Flammen einzudämmen. Das Notfallmanagement des Bezirks Spokane hat bereits eine Notunterkunft eingerichtet, um den Evakuierten eine vorübergehende Bleibe zu bieten.
Die Lage ist angespannt: In den vergangenen Tagen haben sich mehrere Feuer entzündet, die die Stadt aus unterschiedlichen Richtungen bedrohen. Direkt an Spokane angrenzend breitet sich das sogenannte Old Trails Fire im Westen und Nordwesten der Stadt aus. Die Brandfläche umfasst nach aktuellen Angaben etwa 14 Quadratkilometer. Im Nordosten kämpfen die Einsatzkräfte mit dem etwas kleineren Fairview Fire. Weiter nördlich entlang des Spokane River ist zudem ein drittes Feuer ausgebrochen, das als Autumn Lane Fire bezeichnet wird. Diese Informationen stammen unter anderem von der gemeinnützigen Warn- und Karten-App Watch Duty, die aktuelle Brandlagen in den USA visualisiert.
Wetterlage bietet nur wenig Entlastung
Der Nationale Wetterdienst erwartet, dass sich die Winde zu Wochenbeginn leicht abschwächen. Dennoch bestehe weiterhin eine erhöhte Gefahr für neue und bestehende Brände. Die Kombination aus Trockenheit, hohen Temperaturen und starken Winden macht die Lage für die Feuerwehr äußerst schwierig. Die Vegetation in der Region ist ausgetrocknet, was eine schnelle Ausbreitung der Flammen begünstigt.
Auch die Geografie spielt eine Rolle: Spokane liegt in einer von Bergen und hügeligem Gelände umgebenen Landschaft nahe der Grenze zum benachbarten Bundesstaat Idaho. Diese Topografie kann die Windverhältnisse beeinflussen und die Feuerbekämpfung erschweren. Die Stadt selbst zählt laut US-Zensus rund 231.000 Einwohner, womit die Evakuierung einen erheblichen Teil der Bevölkerung betrifft.
Gouverneur mobilisiert Nationalgarde
Angesichts der dramatischen Entwicklung hat der demokratische Gouverneur von Washington, Bob Ferguson, bereits am Freitag rund 100 Nationalgardisten mobilisiert. Diese Einheiten werden normalerweise bei Naturkatastrophen, Unruhen oder anderen Notfällen eingesetzt. Bereits am Samstag rief Ferguson für Washington den Waldbrandnotstand aus. Grund dafür sind die anhaltenden Dürrebedingungen bei gleichzeitig hohen Temperaturen und starken Winden.
Zusätzlich verhängte der Gouverneur ein Verbot, das bis Ende September gilt: Menschen dürfen im Freien sowie in der Landwirtschaft keine Materialien mehr verbrennen. Diese Maßnahme soll das Risiko weiterer Brandherde reduzieren, die durch menschliches Handeln entstehen könnten. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, die Anweisungen der Einsatzkräfte strikt zu befolgen und sich nicht in Gefahr zu begeben.
Die Waldbrände in der Region sind Teil einer größeren Problematik: Der Westen der USA leidet seit Jahren unter immer extremeren Waldbränden, die durch den Klimawandel und die anhaltende Dürre verschärft werden. Für Spokane und Umgebung bleibt zu hoffen, dass die erwartete Windabschwächung den Einsatzkräften die Möglichkeit gibt, die Feuer unter Kontrolle zu bringen. Bis dahin gilt für Tausende Menschen weiterhin höchste Alarmbereitschaft.



