Explosive Altlasten in Mecklenburg-Vorpommern
In den Böden Mecklenburg-Vorpommerns schlummert explosive Altlast. Bomben, Minen und Granaten aus vergangenen Kriegen und militärischer Nutzung machen Feuerwehreinsätze zum Risiko. Laut Innenministerium gelten rund 10.000 Hektar Wald in MV als hochgradig belastet. Bei Waldbränden erschwert das die Löscharbeiten erheblich, da immer wieder verborgene Munition detoniert.
Herkunft der Munition: Zweiter Weltkrieg und Militärmanöver
Während in größeren Städten vor allem Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden werden, handelt es sich in den dünn besiedelten und waldreichen Gebieten eher um Munition, die über viele Jahrzehnte für militärische Manöver und Schießübungen genutzt wurde. Unter anderem in und um Neustrelitz waren ab 1945 rund 20.000 Soldaten der Roten Armee stationiert. Die Munition in den Wäldern stammt aber teils auch von der deutschen Wehrmacht, die sich 1945 auf der Flucht vor der sowjetischen Armee ihrer Waffen und Munition entledigte.
Historische Nutzung: Von der Wehrmacht zur NVA
Ein Areal in Lübtheen wurde etwa schon vor dem Zweiten Weltkrieg ab 1935 militärisch genutzt. Später baute die Nationale Volksarmee den Platz aus. Diese lange militärische Nutzung hat tiefe Spuren im Boden hinterlassen. Aktuell wird das auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz im Müritz-Nationalpark zur Herausforderung, wo eine Fläche von mehr als 200 Hektar betroffen ist.
Aktuelle Waldbrände und Gefahrenlage
Erst Ende Juni brannte es auf einem anderen ehemaligen Truppenübungsplatz bei Neustrelitz. 2019 verbrannten auf dem früheren Truppenübungsplatz Lübtheen im Südwesten fast 1.000 Hektar Wald. Die Munitionsbelastung macht die Brandbekämpfung extrem gefährlich. Feuerwehrleute müssen mit unkontrollierten Detonationen rechnen, was die Einsätze verlangsamt und spezielle Schutzmaßnahmen erfordert.



