Wilhelma: Krokodil würgt Plastikmüll hervor – Tierschützer empört
Wilhelma-Krokodil würgt Plastikmüll aus – Tierschützer kritisch

Ein Video eines Zoobesuchers zeigt, wie das Leistenkrokodil Tong in der Stuttgarter Wilhelma mehrere Plastikgegenstände hervorwürgt. Der Vorfall ereignete sich in der Krokodilhalle des Zoos und wurde zunächst von den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“ berichtet.

Besucher alarmiert Zoo mit Video

Der 35-jährige Familienvater, der das Video aufnahm, wurde von seinem fünfjährigen Sohn auf das Geschehen aufmerksam gemacht. „Mein Sohn rief: ‚Papa, das Krokodil frisst Müll!‘“, berichtete der Mann. Andere Besucher zeigten sich erschrocken. Da er vor Ort keinen Tierpfleger antraf, leitete er das Video an die Wilhelma weiter.

Die Aufnahmen zeigen, wie Tong einen Schnuller, Flaschendeckel, eine „Quetschie“-Verpackung, einen Schlüsselanhänger und mehrere große Gummiteile auswürgt. Die Tierrechtsorganisation Peta reagierte alarmiert und erklärte, die Krokodile seien „nicht ausreichend davor geschützt, dass Gegenstände aus dem Besuchendenbereich hineingeworfen werden oder versehentlich hineinfallen“. Das Verschlucken solcher Fremdkörper könne zu Stress, Verletzungen und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

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Zoo: Keine Lebensgefahr für das Tier

Die Wilhelma bestätigte den Vorfall. Bei dem Krokodil handelt es sich um das 26-jährige weibliche Leistenkrokodil Tong. Ein Zoosprecher erklärte, die Kunststoffgegenstände seien „per se nicht gefährlich, da Krokodile Unverdauliches auswürgen“. Dass Tong den Müll wieder losgeworden sei, sei ein gutes Zeichen. Dennoch gehöre Plastik selbstverständlich in keinen Tiermagen. Der Zoo prüfe daher bereits, mit welchen Maßnahmen dem vorgebeugt werden könne.

In der Wilhelma leben zwei Leistenkrokodile. Bislang habe nur das Weibchen wiederholt Plastikteile verschluckt; das Männchen tue dies nicht. Der Zoo kündigte an, die Besucher stärker zu sensibilisieren und neue Schilder in der Krokodilhalle anzubringen. Besucher sollen bei solchen Vorfällen umgehend die Wilhelma-Zentrale anrufen oder sich an Mitarbeiter oder das Aufsichtspersonal wenden.

Tierschützer fordern mehr Schutz

Peta kritisierte die Haltung der Wilhelma und betonte die Risiken für die Tiere. Der Vorfall verdeutliche „die Risiken, denen Tiere in Zoos ausgesetzt sind“. Die Organisation forderte eine Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen, um zu verhindern, dass Gegenstände in die Gehege gelangen. Augenzeugen berichteten zudem von einem Schlüsselanhänger und mehreren großen Gummiteilen, die Tong gefressen und wieder ausgewürgt habe.

Die Wilhelma verwies darauf, dass die ausgewürgten Teile nicht lebensgefährlich gewesen seien und keine weiteren Handlungsmaßnahmen erforderlich seien. Dennoch berate man über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Der Zoo ist bekannt für seine artgerechte Haltung und betont, dass der Vorfall ein Einzelfall sei.

Hintergrund: Leistenkrokodile in der Wilhelma

Leistenkrokodile (Crocodylus porosus) sind die größten lebenden Krokodile und können bis zu sieben Meter lang werden. Sie sind in Südostasien und Nordaustralien beheimatet. In der Wilhelma werden sie in einer speziell gestalteten Halle gehalten, die ihren natürlichen Lebensraum nachbildet. Der Zoo betont, dass die Tiere regelmäßig tierärztlich betreut werden und ihr Verhalten beobachtet wird.

Trotz des Vorfalls zeigt sich der Zoo optimistisch, dass mit den geplanten Maßnahmen weitere Vorfälle verhindert werden können. Die Wilhelma bittet Besucher, achtsam zu sein und keine Gegenstände in die Gehege zu werfen oder fallen zu lassen.

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