ADAC: 40 Prozent der Kinder können nicht sicher Rad fahren
ADAC: 40% der Kinder können nicht sicher Rad fahren

Viele Kinder in Deutschland sind auf dem Fahrrad unterwegs, aber ein erheblicher Teil von ihnen beherrscht die grundlegenden Fähigkeiten für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr nicht. Eine aktuelle Umfrage des ADAC zeigt, dass nur etwa 60 Prozent der Sieben- bis Neunjährigen Fertigkeiten wie Schulterblick, Handzeichen geben oder das Fahren mit einer Hand sicher ausführen können. Insgesamt wurden mehr als tausend Eltern von Kindern im Alter zwischen vier und zwölf Jahren befragt.

Defizite bei grundlegenden Fähigkeiten

Laut der Umfrage können zwar 96 Prozent der Vier- bis Zwölfjährigen Fahrrad fahren, doch die für den Verkehr entscheidenden Techniken sind oft mangelhaft. Der ADAC betont: „Beim Anfahren, Abbiegen oder an Kreuzungen müssen Kinder mehrere Dinge gleichzeitig leisten: das Gleichgewicht halten, den Verkehr beobachten, Handzeichen geben und Regeln beachten.“ Selbst bei den Zehn- bis Zwölfjährigen, die in der Regel eine Fahrradausbildung in der Schule erhalten haben, können über 20 Prozent nicht zuverlässig Handzeichen geben.

Bereits im Mai hatten sich Lehrkräfte in einer Umfrage besorgt geäußert. Etwa die Hälfte der Kinder zeige demnach erhebliche Aufmerksamkeitsdefizite im Straßenverkehr, ein Drittel habe Schwierigkeiten, in entscheidenden Momenten richtig zu reagieren. Diese Defizite spiegeln sich auch in der Unfallstatistik wider: Im Jahr 2025 starben in Deutschland 74 Kinder unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen, davon 13 mit dem Fahrrad.

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Eltern als Vorbilder und Übungshelfer

Um die Sicherheit zu erhöhen, setzt der ADAC auf die Rolle der Eltern. Christina Tillmann, Vorständin der ADAC-Stiftung, erklärt: „Damit Kinder sicher mit dem Rad unterwegs sind, braucht es vor allem Übung und Vorbilder, und die finden sie zuerst bei den eigenen Eltern.“ Wer in den Sommerferien viel Zeit mit dem Nachwuchs auf dem Rad verbringe, „macht sein Kind fit für den Schulweg und für alle weiteren Strecken“. Dies sei zudem eine bessere Alternative, als „die Kinder im Elterntaxi zur Schule zu chauffieren“.

Das Üben sollte früh beginnen und regelmäßig stattfinden. Der ADAC empfiehlt, neben dem Gleichgewichtssinn auch konkrete Verkehrssituationen zu trainieren, wie das Abbiegen mit Handzeichen oder das Einordnen auf der Fahrbahn. Auch das schrittweise Erlernen von Gefahrenwahrnehmung ist wichtig, denn viele Unfälle passieren durch plötzliche Hindernisse oder Fehleinschätzungen.

Unfallzahlen und dringender Handlungsbedarf

Die Zahl der getöteten Kinder im Straßenverkehr ist alarmierend. Neben den 74 Verstorbenen im Jahr 2025 erleiden tausende Kinder jedes Jahr Verletzungen bei Fahrradunfällen, oft im Zusammenspiel mit Autos. Eine analyse der Versicherungen zeigt, dass bestimmte Fahrassistenzsysteme wie Notbremsassistenten oder Abbiegeassistenten Unfälle mit Radfahrern wirksam verhindern können. Dennoch liegt der Schlüssel zur Verbesserung in der frühzeitigen Verkehrserziehung und dem Vorbildverhalten der Erwachsenen.

Der ADAC appelliert an Eltern, das Fahrradtraining nicht zu vernachlässigen. „Sicheres Fahrradfahren lernt man nicht von heute auf morgen“, betont Tillmann. „Es braucht Geduld und kontinuierliche Praxis – dann aber werden Kinder zu selbstbewussten und sicheren Verkehrsteilnehmern.“

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