Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr 2026 im Kerngeschäft erstmals seit 2019 wieder einen Gewinn erzielt. Der Staatskonzern verbuchte ein Plus von 147 Millionen Euro, wie aus der Halbjahresbilanz hervorgeht. Als wichtigen Grund nannte DB-Konzernsprecher Stauß den Anstieg der Fahrgastzahlen infolge der hohen Benzinpreise.
Gründe für den Gewinnsprung
„Der Anstieg der Fahrgastzahlen infolge der hohen Benzinpreise hat maßgeblich zu diesem Ergebnis beigetragen“, erklärte Stauß. Viele Autofahrer seien aufgrund der gestiegenen Kraftstoffkosten auf die Bahn umgestiegen. Zudem hätten Effizienzsteigerungen im Betrieb und eine verbesserte Auslastung der Züge den Gewinn gestützt. In den Vorjahren hatte das Kerngeschäft der Bahn zum Teil erhebliche Verluste geschrieben, insbesondere während der Corona-Pandemie und der anschließenden Energiekrise.
Auswirkungen auf die Gesamtbilanz
Der Gewinn im Kerngeschäft steht im Kontrast zur Gesamtbilanz des Konzerns, der aufgrund von Altlasten und hohen Investitionen weiterhin einen Verlust ausweist. Dennoch wertet die Unternehmensführung das Ergebnis als positives Signal. „Wir sind auf dem richtigen Weg, auch wenn noch viel Arbeit vor uns liegt“, so Stauß. Die Fahrgastzahlen im Fernverkehr legten im ersten Halbjahr um rund 8 Prozent zu, während der Regionalverkehr ebenfalls zulegte.
Zukunftsaussichten und Herausforderungen
Die Deutsche Bahn erwartet, dass die hohen Benzinpreise auch im zweiten Halbjahr für eine hohe Nachfrage sorgen. Allerdings belasten die weiterhin steigenden Energiepreise und die Inflation die Kosten. Zudem steht der Konzern vor der Herausforderung, die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zu verbessern. Trotz des Gewinns im Kerngeschäft bleibt die Gesamtsituation angespannt, da Investitionen in die Infrastruktur und den Fuhrpark notwendig sind.
Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren mehrfach angekündigt, die Effizienz zu steigern und die Digitalisierung voranzutreiben. Der jetzt erzielte Gewinn zeigt laut Stauß, dass die Maßnahmen Wirkung zeigen. Allerdings warnte er vor zu viel Optimismus: „Ein Quartal oder Halbjahr macht noch keinen Trend. Wir müssen dranbleiben und die Reformen konsequent fortsetzen.“



