Berlin bekommt ab 2032 eine neue S-Bahn-Generation: 350 Halbzüge mit insgesamt 1400 Wagen sollen die Flotte auf der Stadtbahn und der Nord-Süd-Verbindung verstärken und verjüngen. Das Konsortium Stadler und Siemens Mobility hat den Zuschlag für das rund 15 Milliarden Euro schwere Projekt erhalten, wie die Senatsverwaltung für Verkehr mitteilte. Die neuen Züge werden barrierefrei sein, USB-C-Steckdosen bieten und mehr Platz für Fahrräder haben.
Jahrelange Verzögerungen und Rechtsstreitigkeiten
Der Vergabeprozess zog sich aufgrund der komplexen Ausschreibung mit mehreren Losen und eines Gesamtvolumens von rund 15 Milliarden Euro deutlich länger hin als geplant. Zudem führten rechtliche Auseinandersetzungen mit dem unterlegenen Bieter Alstom zu Verzögerungen. Am 8. Juli erhielt das Konsortium den rechtskräftigen Zuschlag. Der Verkehrsvertrag für den Betrieb läuft 15 Jahre, der Instandhaltungsvertrag über 30 Jahre.
Alte Züge müssen bis 2032 durchhalten
Die neuen Fahrzeuge ersetzen schrittweise die Baureihen 480 und 481. Insgesamt sind derzeit 756 Züge (1512 Wagen) im Einsatz. Um den Betrieb bis zur Auslieferung der Neufahrzeuge zu gewährleisten, müssen die alten Züge umfassend saniert und aufgerüstet werden. Dies führt auf den Linien S1 und S5 zu Einschränkungen für die Fahrgäste. Nach Angaben der S-Bahn Berlin werden an Werktagen rund 1,5 Millionen Fahrgäste befördert.
Moderne Technik und Design
Die neuen Züge ähneln optisch den seit einigen Jahren auf der Ringbahn eingesetzten Fahrzeugen von Stadler und Siemens. Der technische Unterschied liegt unter anderem in modernen Halbleitern, die bei der Stromumwandlung Energie sparen, sowie gewichtsoptimierten Drehgestellen, die das Schienennetz entlasten, so Siemens-Mobility-Chef Michael Peter. Die Züge verfügen über mehr Barrierefreiheit, zusätzlichen Platz für Fahrräder und USB-C-Steckdosen an jedem Doppelsitz.
Einsatzorte und neues Werk
Auf welchen Linien die neuen Züge zuerst eingesetzt werden, ist noch offen, sagte S-Bahn-Chef Heiko Büttner. Die neue Flotte wird größer sein als die bisherigen Baureihen. Daher entsteht in Fredersdorf bis spätestens 2032 ein neues Instandhaltungswerk für die S-Bahn.



