Berliner Senat baut Radweg auf Kantstraße zurück – Umwelthilfe kündigt Klage an
Berlin: Radweg-Rückbau auf Kantstraße – DUH droht mit Klage

Die Senatsverkehrsverwaltung in Berlin will den umstrittenen Pop-up-Radweg auf der Kantstraße noch vor der Abgeordnetenhauswahl zurückbauen. Die landeseigene Infravelo hat bereits eine Ausschreibung veröffentlicht, die die Entfernung des Radwegs samt aller Anlagen und Verkehrszeichen vorsieht. Stattdessen soll eine Busspur eingerichtet werden, die für den Radverkehr freigegeben wird. Unternehmen können bis zum 4. August Angebote abgeben; die Arbeiten sind für den Zeitraum vom 1. September 2025 bis zum 30. September 2027 geplant. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kündigt eine Klage gegen den Rückbau an, sobald dieser vollzogen ist.

Hintergrund des Streits um den Radweg auf der Kantstraße

Der während der Corona-Pandemie eingerichtete Pop-up-Radweg auf der Kantstraße ist seit Jahren Gegenstand politischer Auseinandersetzungen. Die Senatsverwaltung argumentiert, dass der Radweg an manchen Stellen die Rettungswege der Feuerwehr blockiere – Bewohner in oberen Stockwerken könnten im Notfall nicht erreicht werden. Dies sei ein Sicherheitsrisiko, das einen schnellen Rückbau erfordere, erklärte die Behörde auf Anfrage.

Robin Kulpa, Bereichsleiter für Verkehr und Luftreinhaltung bei der DUH, geht davon aus, dass die Rückbauarbeiten noch vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus abgeschlossen sein könnten. Die Errichtung der Busspur werde vermutlich deutlich länger dauern. Die DUH werde gegen den Rückbau klagen, sobald der Radweg entfernt ist. „Eine frühere Klage ist nicht möglich, weil im Verkehrsbereich nicht gegen Anordnungen oder Ausschreibungen von Maßnahmen geklagt werden kann“, erläuterte Kulpa.

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Senat setzt auf Verlagerung des Radverkehrs

Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) schlug kürzlich gegenüber dem „Tagesspiegel“ vor, den Radverkehr auf die parallel verlaufende Pestalozzistraße zu verlagern. Diese ist jedoch derzeit keine reine Fahrradstraße. Die Verkehrsverwaltung betonte, dass die Zuständigkeit für Planungen und Anordnungen zu einer Fahrradstraße im Nebennetz beim Bezirksamt liege.

Der Konflikt um den Radweg zeigt die anhaltende Kontroverse zwischen Verkehrswende-Befürwortern und der konservativen Senatspolitik. Während die DUH den Erhalt der Radinfrastruktur fordert, pocht der Senat auf Sicherheit und eine Neuordnung des Verkehrsraums. Die Ausschreibung läuft noch bis Anfang August; ab September könnte der Rückbau beginnen. Ob die Klage der DUH den Prozess letztlich aufhält, bleibt abzuwarten.

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