Die Bundeswehr hat am Montag zwei russische Militärflugzeuge über der Ostsee abgefangen. Deutsche Eurofighter-Kampfjets starteten vom Fliegerhorst Laage in Mecklenburg-Vorpommern und aus Lielvarde in Lettland, um eine russische TU-142 zu identifizieren, die ohne Flugplan und Transponder unterwegs war. Die TU-142 ist ein Seefernaufklärer und U-Boot-Jäger und wurde von Kampfflugzeugen eskortiert.
Die deutschen Eurofighter begleiteten die russischen Maschinen über der Ostsee. Der Einsatz ist kein Einzelfall: Nach Nato-Angaben stiegen im vergangenen Jahr mehr als 300 Mal Bündnis-Maschinen auf, um russische Militärflugzeuge abzufangen, die sich dem Nato-Luftraum näherten. Die meisten dieser Vorfälle ereigneten sich über der Ostsee.
Russland nutzt den internationalen Luftraum für militärische Flüge, fliegt jedoch fast immer ohne Transponder, was die Maschinen für die zivile Flugsicherung unsichtbar macht. Die russischen Flugzeuge nähern sich dem Nato-Luftraum, ohne ihn zu verletzen. Es wird angenommen, dass damit die Reaktionsfähigkeit der Nato getestet wird.
Die Nato erklärte Ende Dezember, die große Mehrheit der Begegnungen zwischen Nato-Kampfjets und russischen Militärmaschinen sei sicher und professionell verlaufen. Verletzungen des Nato-Luftraums seien selten und von kurzer Dauer. Die Bundeswehr hat in Lielvarde Eurofighter stationiert, um den Luftraum über Estland, Lettland und Litauen zu überwachen, da diese drei baltischen Nato-Länder keine eigenen Kampfjets besitzen.



