Die Deutsche Glasfaser hat den Ausbau ihres Glasfasernetzes im Landkreis Neu-Ulm vorerst gestoppt. Das bestätigte das Unternehmen auf Nachfrage. Betroffen sind mehrere Gemeinden, die auf einen schnellen Internetanschluss gehofft hatten.
Ausbau in mehreren Gemeinden betroffen
Konkret geht es um die Orte, die in der ersten Ausbauphase vorgesehen waren. Dazu zählen unter anderem die Gemeinden Bellenberg, Illertissen und Vöhringen. Dort hatten viele Bürger bereits einen Vorvertrag abgeschlossen. Nun müssen sie sich gedulden.
Als Grund nennt das Unternehmen wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Kosten für den Ausbau seien in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Zudem sei die Nachfrage nicht so hoch wie erwartet. Das habe die Kalkulation erschwert.
Wirtschaftliche Gründe für den Stopp
Ein Sprecher der Deutschen Glasfaser erklärte: „Wir müssen unsere Investitionen sorgfältig planen. Aktuell sehen wir uns gezwungen, das Tempo zu reduzieren.“ Man wolle aber an den Ausbauplänen grundsätzlich festhalten. Wann es weitergeht, ließ das Unternehmen offen.
Für die betroffenen Kommunen ist das ein Rückschlag. Sie hatten auf eine schnelle Versorgung mit Glasfaser gesetzt. Der Landkreis Neu-Ulm gilt in Sachen Breitbandausbau bislang als gut versorgt, aber es gibt Lücken.
Reaktionen aus der Politik
Der Landrat des Landkreises Neu-Ulm, Thorsten Freudenberger, zeigte sich enttäuscht. Er sagte: „Wir brauchen dringend eine verlässliche Planung. Der Stopp ist ein schlechtes Signal für die Bürger und die Wirtschaft.“ Er forderte das Unternehmen auf, schnellstmöglich eine Lösung zu finden.
Die Gemeinden wollen nun prüfen, ob sie selbst aktiv werden können. Einige denken über den Beitritt zu einer kommunalen Gesellschaft nach. Auch eine Förderung durch den Freistaat Bayern ist möglich.
Hintergrund: Hohe Kosten und geringe Nachfrage
Die Deutsche Glasfaser ist einer der größten Anbieter für Glasfaserausbau in Deutschland. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren viele Projekte umgesetzt. Doch die Branche steht unter Druck. Die Baukosten sind enorm gestiegen, und die Zahl der Kunden wächst langsamer als gedacht.
Bundesweit gibt es ähnliche Probleme. Viele Anbieter überdenken ihre Ausbaupläne. Das könnte dazu führen, dass der Glasfaserausbau insgesamt an Tempo verliert. Das wäre ein Problem, denn die Bundesregierung hat sich hohe Ziele gesetzt.
Ausblick: Hoffnung auf spätere Wiederaufnahme
Die Deutsche Glasfaser betont, dass der Stopp nicht das Ende sei. Man wolle die Zeit nutzen, um die Planungen zu optimieren. Auch eine neue Ausschreibung sei möglich. Die Bürger sollten sich aber auf längere Wartezeiten einstellen.
Bis dahin bleiben viele Haushalte auf langsamere Verbindungen angewiesen. Das ist vor allem für Homeoffice und Streaming ein Nachteil. Die Hoffnung ruht nun auf alternativen Lösungen.



