Deutschlandticket könnte ab 2027 auf 66,40 Euro steigen
Deutschlandticket: Preis könnte auf 66,40 Euro steigen

Wie der "Tagesspiegel" unter Berufung auf neue Berechnungen berichtet, könnte das Deutschlandticket ab dem Jahr 2027 deutlich teurer werden: Statt wie bisher 63 Euro sollen dann monatlich 66,40 Euro fällig sein. Das entspricht einem Preisanstieg von 3,40 Euro pro Monat.

Grundlage für die Kalkulation ist laut Zeitungsbericht der von der Verkehrsministerkonferenz (VMK) beschlossene Preisindex. Dieser setzt sich aus einem Kostenindex, in den unter anderem Personal- und Energiekosten einfließen, sowie einem sogenannten Wertfaktor zusammen. Über den Index soll ausgeglichen werden, dass die Zuschüsse von Bund und Ländern für das Ticket auf jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr gedeckelt sind.

Was das Deutschlandticket bietet

Das Deutschlandticket kostet aktuell 63 Euro pro Monat. Es berechtigt zur Nutzung des Nah- und Regionalverkehrs in ganz Deutschland – also etwa von Bussen, Straßenbahnen, U- und S-Bahnen sowie Regionalzügen. Nach Branchenangaben nutzen aktuell mehr als 14 Millionen Menschen das Ticket. Es gilt seit seiner Einführung als zentrales Instrument der Verkehrswende, um den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver zu machen und mehr Fahrgäste auf Bus und Bahn zu bringen. In vielen Städten und Landkreisen ersetzt es inzwischen komplexe Tarifdschungel und ermöglicht einfaches, deutschlandweites Reisen im Nahverkehr.

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Allerdings ist die Finanzierung des Tickets an eine jährliche Deckelung gebunden. Bund und Länder unterstützen das Angebot mit jeweils bis zu 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Steigen die Kosten im Nahverkehr – zum Beispiel durch höhere Personal- oder Energieausgaben –, muss der Preis entsprechend angepasst werden, um die Finanzierungslücke zu schließen. Genau dafür wurde der Preisindex der Verkehrsministerkonferenz entwickelt. Er soll eine transparente und nachvollziehbare Grundlage für künftige Preisentscheidungen bieten.

Warum der Preis steigen könnte

Der Preisindex besteht aus zwei Komponenten: dem Kostenindex und dem Wertfaktor. Der Kostenindex erfasst die tatsächlichen Kostenentwicklungen im Nahverkehr, insbesondere bei Personal und Energie. Der Wertfaktor berücksichtigt laut den Berechnungen des "Tagesspiegel" zusätzlich die allgemeine Wertentwicklung des Angebots. Auf dieser Basis ergibt sich für das Jahr 2027 ein Preisanstieg auf 66,40 Euro monatlich.

Die Verkehrsministerkonferenz hatte diesen Mechanismus bereits früher beschlossen, um eine jährliche Preisanpassung auf transparente Weise zu ermöglichen. Ohne eine Anpassung würden die gedeckelten Zuschüsse langfristig nicht ausreichen, um das Deutschlandticket in seiner bisherigen Form fortzuführen. Der Preisindex ist damit ein Instrument, das eine ständige politische Debatte über die Ticketpreise zumindest teilweise versachlichen soll – auch wenn die tatsächliche Preisentwicklung dennoch umstritten bleibt.

VCD warnt vor Attraktivitätsverlust

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) forderte am Montag mit Blick auf die Sonder-Verkehrsministerkonferenz am Donnerstag, das Deutschlandticket dauerhaft bezahlbar zu halten. "63 Euro sind schon heute für viele Menschen zu viel Geld", heißt es in der Stellungnahme des Verbands. Zudem müsse ein bundesweites Sozialticket für maximal 29 Euro eingeführt werden, um Menschen mit geringem Einkommen nicht abzuhängen. Ohne ein solches Angebot droht nach Ansicht des VCD eine soziale Schieflage in der Mobilität.

Bund und Länder müssten das Ticket ab 2027 zusätzlich mit jeweils 400 Millionen Euro unterstützen, forderte der VCD. Der Verband argumentiert, dass der Tankrabatt den Bund in nur zwei Monaten mehr als 1,6 Milliarden Euro gekostet habe. "Wer Autofahrende entlasten konnte, sollte jetzt auch Bus- und Bahnfahrende im Blick haben." Der Tankrabatt war eine zeitlich befristete Entlastung für Autofahrer, die während der Energiekrise beschlossen worden war – eine Maßnahme, die der VCD als Gegenbeispiel für die unterlassene Unterstützung des Nahverkehrs anführt.

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Blick auf die Verkehrsministerkonferenz

Der VCD-Vorsitzende Matthias Kurzeck erklärte: "Mit jeder Preiserhöhung verliert das Deutschlandticket an Attraktivität. Steigen Fahrgäste aus, werden am Ende auch die Einnahmen nicht steigen." Diese Warnung richtet sich unmittelbar an die Verkehrsministerinnen und -minister von Bund und Ländern, die am Donnerstag zu einer Sonder-Verkehrsministerkonferenz zusammenkommen, um über die Zukunft des Tickets zu beraten.

Eine mögliche Preiserhöhung auf 66,40 Euro wäre die zweite Anpassung innerhalb weniger Jahre. Aus Sicht von Beobachtern könnte ein solcher Schritt Fahrgäste verprellen, insbesondere solche, die aus finanziellen Gründen auf den Nahverkehr angewiesen sind. Gleichzeitig dürfte der Druck auf die Politik steigen, eine tragfähige Lösung zu finden, die sowohl die Finanzierung als auch die soziale Verträglichkeit sicherstellt. Die kommenden Wochen könnten zeigen, ob Bund und Länder bereit sind, das Deutschlandticket mit zusätzlichen Milliarden langfristig abzusichern oder ob der Preisindex weiterhin die Richtschnur bleibt.