Rottach-Egern (Tegernsee) – Borussia Mönchengladbachs Kapitän Tim Kleindienst hat nach der enttäuschenden Vorsaison klare Worte gefunden. Der Stürmer, der wegen einer schweren Knieverletzung lange Zeit nur von der Tribüne aus zuschauen musste, fordert eine grundlegende Einstellungsänderung. Sein Schlüsselwort: „eklig“.
Kleindienst: „Das darf sich hier nie wiederholen“
Der 30-Jährige ließ in seiner emotionalen Ansprache im Trainingslager am Tegernsee keinen Zweifel daran, dass die abgelaufene Spielzeit für ihn und die Mannschaft ein einziger Albtraum war. „Das darf sich hier nie wiederholen“, wird Kleindienst von BILDplus zitiert. Die Horror-Saison sei eine kollektive Leistung gewesen, die es aufzuarbeiten gelte.
Besonders deutlich wurde der Kapitän bei der Beschreibung des geforderten Mentalitätswandels. „Wir müssen wieder eklig sein – eklig für den Gegner, unangenehm zu bespielen“, erklärte er. Nach seiner schweren Knieverletzung, die ihn monatelang außer Gefecht setzte, weiß Kleindienst um den Wert von Kampf und Leidenschaft auf dem Platz.
Die Horror-Saison: Tribüne statt Rasen
Für Kleindienst persönlich war die vergangene Saison eine doppelte Belastung. Der Kapitän musste die meisten Spiele verletzt von der Tribüne aus verfolgen. Sein schlimmer Knie-Schaden erforderte eine Operation und eine lange Reha. In dieser Zeit beobachtete er die Mannschaft aus der Distanz – und sah Dinge, die ihm missfielen.
Die Mannschaft rutschte in der Tabelle ab, blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Für den Torjäger war das ein Weckruf. „Wir haben in der vergangenen Saison zu oft nachgelassen, uns zu schnell zufriedengegeben“, kritisierte er. Die Fans hätten mehr verdient, so Kleindienst weiter.
Klartext vom Kapitän: Was sich ändern muss
In seiner Ansprache im Trainingslager in Rottach-Egern am Tegernsee machte Kleindienst deutlich, dass er von jedem Einzelnen im Kader eine andere Einstellung erwartet. „Jeder muss sich hinterfragen, was er zum Erfolg der Mannschaft beitragen kann“, forderte er. Es gehe nicht um Einzelaktionen, sondern um das Kollektiv.
Der Kapitän nannte konkrete Punkte, die sich verbessern müssen: mehr Laufbereitschaft, intensiveres Zweikampfverhalten und eine höhere Fehlerkultur. „Wir müssen wieder bereit sein, uns schmutzig zu machen“, sagte er. Diese Worte kamen bei den Mitspielern offenbar an – die Einheit im Trainingslager wirkte fokussiert und entschlossen.
Die Reaktion der Mannschaft
Nach Kleindiensts emotionaler Ansprache zeigte sich die Mannschaft betroffen, aber auch motiviert. Mehrere Spieler äußerten sich im Anschluss positiv über die klaren Worte ihres Kapitäns. „Er hat den Nagel auf den Kopf getroffen“, ließ ein Teamkollege verlauten. Die Stimmung im Lager sei nun von Aufbruchstimmung geprägt.
Trainer Gerardo Seoane zeigte sich ebenfalls angetan von der Führungsqualität seines Kapitäns. „Tim lebt vor, was wir auf dem Platz sehen wollen“, wird der Coach zitiert. Die Mannschaft habe die Botschaft verstanden und werde die kommende Saison mit neuer Energie angehen.
Ausblick: Die neue Saison kann kommen
Mit dem Trainingslager am Tegernsee beginnt für Borussia Mönchengladbach die Vorbereitung auf die neue Saison. Die Erwartungen sind nach der enttäuschenden Vorsaison nicht übermäßig hoch, aber die Verantwortlichen um Kapitän Kleindienst haben klare Ziele formuliert. „Wir wollen wieder eine Mannschaft sein, die keiner gerne spielt“, betonte er.
Die Fans dürfen gespannt sein, ob die Worte des Kapitäns in Taten umgesetzt werden. Klar ist: Tim Kleindienst wird nach seiner Verletzung alles daran setzen, mit gutem Beispiel voranzugehen. „Ich bin bereit, den ersten Schritt zu machen“, kündigte er an. Die Borussia kann sich auf einen Kapitän verlassen, der Klartext spricht – und genau das einfordert, was er selbst verkörpert.



