Niedrigwasser im Rhein: Fähren und Schiffe stark betroffen
Niedrigwasser im Rhein bremst Fähren und Schiffe

Der anhaltend niedrige Wasserstand des Rheins hat in Rheinland-Pfalz erhebliche Auswirkungen auf den Fährbetrieb. Eine Verbindung musste komplett eingestellt werden, weitere sind nur noch eingeschränkt nutzbar. Auch die Fahrgastschifffahrt leidet unter den Bedingungen.

Fähre zwischen Lorch und Niederheimbach außer Betrieb

Die Fähre zwischen Lorch und Niederheimbach ist nach Angaben der FRS Fähre Loreley GmbH außer Betrieb. Damit ist eine wichtige Verbindung zwischen den beiden Rheinufern unterbrochen. Zwischen Mainz und Koblenz gibt es keine Brücke über den Rhein, sodass Autofähren hier eine zentrale Rolle spielen.

Ebenfalls von dem Unternehmen betrieben wird die Fähre St. Goar-St. Goarshausen in der Nähe des berühmten Loreley-Felsens. Auf dieser Route können derzeit nur noch Fahrzeuge bis maximal 7,5 Tonnen Gesamtgewicht befördert werden. Größere Lastwagen müssen also alternative Wege suchen oder auf das Ende der Niedrigwasserperiode warten.

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Kauber Fähre setzt Antriebe höher

An der Fähre in Kaub hat man bereits technische Anpassungen vorgenommen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Laut der dortigen Fährgemeinschaft wurden die Antriebe höher gesetzt, wodurch weniger Tiefgang benötigt wird. Dadurch kann der Betrieb bis zu einem Wasserstand von etwa 15 Zentimetern am Pegel Kaub aufrechterhalten werden.

Allerdings gibt es auch hier Einschränkungen: Ab einem Wasserstand von 35 Zentimetern können auch mit dem höher gesetzten Antrieb keine Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen mitgenommen werden. Zudem werden dann nur noch sieben bis acht Pkw pro Tour transportiert, was zu längeren Wartezeiten führen kann. Am Montagnachmittag lag der Pegel Kaub laut der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung bei 28 Zentimetern – die nächste Einschränkung ist also bereits absehbar.

Weitere Fährverbindungen betroffen

Auch die Fähre Linz-Remagen kann derzeit nur Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen Gewicht an Bord nehmen. Damit sind auch hier größere Fahrzeuge von der Nutzung ausgeschlossen.

Etwas besser sieht es auf der Verbindung Bad Breisig-Bad Hönningen aus. Dort kommt der Fähre zugute, dass der Betreiber ein Modell mit einem Antrieb im Schiffskörper nutzt, also ohne klassische Schiffsschrauben. Dies benötigt weniger Tiefgang. Zudem könne man auf Flachwasser-Anlegestellen zurückgreifen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Diese seien beim extremen Niedrigwasser 2018 gebaut worden, um auch bei niedrigen Wasserständen eine Anlegemöglichkeit zu haben.

Fahrgastschifffahrt stellt Linienfahrten ein

Die Auswirkungen des Niedrigwassers beschränken sich nicht nur auf Autofähren. Auch die Fahrgastschifffahrt ist betroffen. Die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt GmbH hat ihre Linienfahrten zwischen Koblenz und Mainz derzeit eingestellt. In Mainz starten aktuell nur noch Rund- oder Abendfahrten, sagte eine Sprecherin des Unternehmens.

Die Sprecherin betonte, dass der Tiefgang bei der Bestellung neuer Schiffe eine wichtige Rolle spiele. So sei etwa bei der 2022 in Betrieb gegangenen „RheinGalaxie“, die Touren ab Düsseldorf unternimmt, sehr auf möglichst wenig Tiefgang geachtet worden. Gleichzeitig müsse stets die Höhe bedacht werden. Denn auch wenn Hochwasser derzeit weit weg erscheine, sei es immer wieder ein Thema, und die Schiffe müssten auch dann noch unter Brücken durchkommen.

Bedeutung für die Region

Die Rheinfähren sind für die Anwohner und Pendler in der Region zwischen Mainz und Koblenz von großer Bedeutung, da es dort keine feste Brückenverbindung gibt. Die Einschränkungen führen zu Umwegen und längeren Fahrzeiten. Auch für den Tourismus sind die Auswirkungen spürbar, da Ausflugsschiffe ihre Fahrpläne anpassen müssen.

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung beobachtet die Lage genau. Sollte der Wasserstand weiter sinken, könnten weitere Einschränkungen folgen. Die Betreiber hoffen auf baldigen Regen, um die Situation zu entspannen.

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