Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff drängt auf eine Lösung für die seit Jahren stockende Vertiefung der Außenems. „Ich bin wirklich absolut unzufrieden mit dieser Entwicklung“, sagte der parteilose Rathauschef der Deutschen Presse-Agentur. Er hofft, dass die Nationale Maritime Konferenz in der kommenden Woche ein Signal für den Durchbruch setzt.
Die Außenems, die trichterförmige Flussmündung zur Nordsee, soll auf einer Strecke von knapp 13 Kilometern bis zum Emder Hafen um einen Meter vertieft werden. Das Land Niedersachsen will so die Erreichbarkeit des Hafens und die damit verbundenen Arbeitsplätze sichern. Das Vorhaben ist seit Jahren in Planung, kommt aber kaum voran. Zuletzt prüfte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee rund 150 Stellungnahmen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung von 2024. Ein Zeitpunkt für eine mögliche Genehmigung und erste Baggerarbeiten ist nicht absehbar.
Kruithoff zeigt wenig Verständnis für die Verzögerungen. „Ich finde, wenn wir nachweisen wollen, dass unser Staat funktioniert, dann muss man den Menschen nach über 20 Jahren Planungszeit zeigen, dass so ein Verfahren auch mal zu einem Ende kommt und positiv beschieden wird“, sagte er. Sonst verlören die Menschen den Glauben an den Staat. Er kritisiert, dass sich das Verfahren immer wieder „verheddere“, mal wegen fehlender Wirtschaftlichkeit, mal wegen ökologischer Bedenken. „Diesen Knoten muss einfach jemand durchschlagen“, so Kruithoff. Er erwartet von Bundeskanzler und Ministerpräsident bei der Konferenz eine klare Entscheidung.
Umweltschutzverbände aus Deutschland und den Niederlanden zeigen sich besorgt. Sie befürchten eine weitere Verschlechterung des ökologischen Zustands der Ems, die bereits unter Verschlickung und Sauerstoffmangel leidet. Kruithoff betont, die Stadt Emden stehe voll hinter der Verbesserung der Flussqualität, etwa durch den Masterplan Ems und die Tidesteuerung des Emssperrwerks. „Aber an dem Fluss wohnen und arbeiten auch Menschen“, sagte er. Ökonomie und Ökologie müssten in Einklang gebracht werden. „Wenn das am Ende gelingt, haben alle an der Ems gewonnen – wirtschaftlich VW und die Meyer Werft, aber auch die Ökologie des Flusses.“



